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Klinikum Fulda: Zwei Tote durch Salmonelleninfektion

In einer Klinik im hessischen Fulda ist eine Salmonellen-Epidemie ausgebrochen. Bisher haben sich 219 Patienten und Mitarbeiter mit den Bakterien infiziert. Zwei Menschen starben bereits an Salmonellen-Vergiftung.

Die Salmonellen-Epidemie am Klinikum in Fulda breitet sich trotz der Schutzvorkehrungen weiter aus: Die Zahl der Infizierten stieg um weitere acht auf 219 an, wie das Klinikum mitteilte. Im benachbarten Seniorenzentrum "Heilig Geist" waren 23 Bewohner erkrankt; dort gibt es aber seit Tagen keine neuen Erkrankungen mehr. Die Zahl der Todesfälle in der Klinik und im Altenheim liegt mittlerweile bei acht. Bei fünf von ihnen bestehe jedoch kein ursächlicher Zusammenhang mit der Salmonellen-Infektion, hieß es.

Der Medizinische Direktor Achim Hellinger berichtete, bei den neuen Erkrankungen handele es sich um zwei Patienten und sechs Mitarbeiter. Damit seien inzwischen 136 Patienten und 83 Mitarbeiter von einer Salmonellen-Infektion betroffen. Einige der Patienten haben sich aber nicht im Klinikum Fulda mit Salmonellen angesteckt. Fünf weitere Patienten, darunter ein Kind, und vier Beschäftigte leiden an Durchfallerkrankungen, die möglicherweise nicht mit Salmonellen im Zusammenhang stehen. Die Erkrankten werden weiterhin auf zwei Stationen isoliert behandelt.

In zwei Fällen sind Salmonellen die Todesursache

Unter den acht Toten sind vier Bewohner des Seniorenheims, das vom Klinikum betrieben und mit Essen aus der eigenen Großküche versorgt worden war, sowie vier Patienten des Krankenhauses. Als Todesursache nachgewiesen ist die Salmonellen-Erkrankung in zwei Fällen. In einem Fall handelt es sich um einen bereits vor Tagen gestorbenen Bewohner des "Heilig Geist" Seniorenzentrums. Im dritten Todesfall gibt es einen mittelbaren Zusammenhang, wie Hellinger erklärte. Erst am Mittwoch war eine von dem Seniorenwohnheim eingelieferte 82-jährige Frau gestorben, die mit Salmonellen und Noroviren infiziert war. Am Donnerstag gab es dann noch einen weiteren Todesfall in dem Seniorenheim selbst. Das Opfer war in dem Fall eine 1913 geborene Frau, also im Alter von 93 oder 94 Jahren.

Vorsorglich hatte das Klinikum seine Großküche in Abstimmung mit dem Kreisgesundheitsamt stillgelegt. Die Patienten, Heimbewohner und Beschäftigten sollen auch in den nächsten Tagen mit verpackten Essensportionen versorgt werden, die von einem Lieferanten außerhalb des Klinikums stammen. Ab Samstag wird nach Angaben des Sprechers Stefan Burkard auch wieder warmes Essen angeliefert. Das Klinikum hat 934 Betten. Die Ursache der Massenansteckung ist noch nicht ermittelt worden.

AP / AP
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