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Fall Leutheusser-Schnarrenberger: Was 0,8 Promille im Körper anrichten

Die Ex-Justizministerin rasselte mit 0,8 Promille im Blut in eine Polizeikontrolle. Erlaubt sind 0,5. Lesen Sie hier, was bei welchem Wert im Körper passiert - und wie schnell Alkohol abgebaut wird.

An Fasching gönnt man sich schon einmal ein Gläschen, oder zwei, oder drei. Das hat offenbar auch Ex-Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger bei einer Feier mit Freunden am Faschingsdienstag getan - an sich nichts Schlimmes. Doch im Anschluss an die Feier in München setzte sie sich ans Steuer und trotz zuvor eingelegter mehrstündiger Trinkpause soll sie noch einen Wert von 0,8 Promille im Blut gehabt haben, als sie kontrolliert wurde, berichtet die "Bild". Erlaubt sind am Steuer maximal 0,5 Promille, auch darunter kann es schon Probleme geben. Nun droht der FDP-Politikerin eine Geldbuße und der zeitweise Führerscheinentzug.

"Ich habe gedacht, ich hätte in der Zwischenzeit genügend Blut-Alkohol abgebaut, um wieder fahren zu können", wird die 63-Jährige zitiert. "Das war ein großer Fehler. Es wird nicht wieder vorkommen."

Doch wie schnell wird Alkohol im Blut abgebaut? Was richten wie viel Promille im Körper an? Und wie schnell erreicht man einen kritischen Wert?

Was bei wie viel Promille im Körper von Erwachsenen passiert, listet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) auf ihren Seiten auf: Demnach lässt bereits ab

0,3 Promille

die Sehleistung nach. Auch um Aufmerksamkeit, Konzentration und Reaktionsvermögen ist es nicht mehr all zu gut bestellt. Die Risikobereitschaft steigt hingegen. Ab

0,8 Promille

kann man sich nur noch schwer konzentrieren, das Gesichtsfeld ist um 25 Prozent eingeschränkt, die Reaktionszeit deutlich verlängert. Das Gleichgewicht zu halten, fällt zunehmend schwer. Wer so viel Alkohol im Blut hat, überschätzt sich auch gern selbst.

Zwischen

1,0 und 2,0 Promille

zeigen sich der BzgA zufolge folgende Symptome:

  • weitere Verschlechterung der Sehfähigkeit und des räumlichen Sehens
  • erheblich gestörte Reaktionsfähigkeit
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Verwirrtheit und Sprechstörungen
  • Orientierungsstörungen
  • gesteigerte Enthemmung und Verlust der Kritikfähigkeit
  • erhöhte Aggressionsbereitschaft

Zwischen 2,0 und 3,0 Promille kommt es zu Gedächtnis- und Bewusstseinsstörungen, Verwirrtheit tritt auf, richtig und schnell zu reagieren ist kaum mehr möglich. Ab mehr als 3,0 Promille wird es lebensgefährlich - es kann zu Bewusstlosigkeit, einer schwachen Atmung bis hin zu Koma und Atemstillstand kommen.

Soweit sollte es niemand herausfordern. 0,3 Promille - eine Grenze, ab der Wahrnehmung und das Reaktionsvermögen deutlich beeinträchtigt sind und die Risikobereitschaft steigt - erreicht man übrigens schon relativ schnell: etwa durch das Trinken von einem Bier (0,33 Liter). Da der Körper von Frauen weniger Flüssigkeit besitzt als der von Männern und die weibliche Leber Alkohol langsamer abbaut, werden sie schneller betrunken als Männer.

Wie schnell Alkohol im Blut abgebaut wird, hängt von vielen Faktoren ab: Menge, Dauer und die zeitliche Verteilung des Alkoholkonsums zählen ebenso dazu wie Gewicht und Geschlecht. Auch Krankheiten oder Medikamente können den Abbau beeinflussen.

Als grobe Faustregel gilt: Die Leber kann ca. 0,1 Promille Alkohol in der Stunde abbauen, schreibt die BZgA auf ihrer Internetseite "Null Alkohol, voll Power", die Jugendliche über die Gefahren des Rauschmittels aufklärt. Durch Bewegung, Wassertrinken, Kaffee oder Schlaf lässt sich dieser Prozess nicht beeinflussen.

Für Fahranfänger in der Probezeit sowie für Personen bis 21 Jahre gilt am Steuer übrigens die Null-Promille-Grenze. Hier ist also schon ein Gläschen zu viel - und kann Strafen nach sich ziehen.

lea
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