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Hygiene: Mikrobiologin warnt: Warum Sie die Finger von Make-up-Testern lassen sollten

Wer viel Geld für einen neuen Lippenstift hinlegt, will wissen, ob ihm die Farbe überhaupt steht: Drogerien und Supermärkte bieten daher Make-up-Tester an. Eine Mikrobiologin warnt allerdings vor den Gratis-Proben.

Können mit Keimen verunreinigt sein: Make-up-Tester in Drogerien und Supermärkten

Können mit Keimen verunreinigt sein: Make-up-Tester in Drogerien und Supermärkten

Gratis Make-up-Proben sind praktisch und verhindern teure Fehlkäufe - doch aus hygienischer Sicht sind die Tester bedenklich. In einem Beitrag für das News-Portal "The Conversation" warnt die Mikrobiologin Amreen Bashir vor den Gratis-Tuben in Drogerien und Supermärkten. Der Grund: An den Testern bleibt fremder Speichel haften - und damit auch potenziell krankmachende Viren und Bakterien.

Herpes-Viren in Spucketröpfchen

"Die meisten Menschen würden nie eine Zahnbürste mit einem Fremden teilen, aber Make-up-Tester benutzen sie sorglos", berichtet die Wissenschaftlerin, die an der Aston University in Birmingham unterrichtet, gegenüber der Daily Mail. Ein einzelner Tester werde von 30 bis 40 verschiedenen Menschen benutzt. Auf deren Haut würden die unterschiedlichsten Keime leben - das Risiko einer Infektion steige.

Insbesondere Lippenstifte können demnach zu einem Gesundheitsrisiko werden und etwa Herpes-Viren übertragen. "Das Virus wird meist durch Hautkontakt, Küssen und Sex übertragen, aber es kann sich auch durch kleine Spucketropfen verbreiten, die an Handtüchern, Tassen, Besteck - und ja - auch Lippenstift haften", schreibt die Wissenschaftlerin. Die Forscherin gibt zwar zu bedenken, dass das Virus außerhalb des Körpers meist nur für wenige Sekunden überlebt. Dennoch sei das Virus unter bestimmten Bedingungen auch länger überlebensfähig - etwa in Schweiß, auf Plastik oder in Wasser. 

Menschen, die mit dem Virus infiziert sind, müssen nicht zwangsläufig Herpes-Bläschen an der Lippe haben, um das Virus zu übertragen. Schätzungen zufolge tragen etwa 85 Prozent der Erwachsenen das Virus in sich, das Lippenbläschen auslöst.

Risiko Mascara

Auch Mascara und Kajalstifte sollten nach Auffassung der Wissenschaftlerin nicht gemeinsam mit anderen Menschen benutzt werden. Sind sie mit Krankheitserregern verunreinigt, könne das zu "Reizungen und einer Bindehautentzündung" führen, warnt Bashir. "Ich kenne viele Freunde, die sich ein rotes Auge eingefangen haben, nachdem sie die Mascara einer anderen Person aufgetragen haben."

Eine Bindehautentzündung äußert sich durch typische Symptome: Das Auge rötet sich, tränt, juckt oder schmerzt, und die Augenlider können geschwollen sein. Viele Betroffene reagieren zudem sensibel auf helles Licht. Entsprechende Symptome sollten stets beim Arzt abgeklärt werden.

Grundsätzlich rät die Forscherin zu einer guten Hygiene im Umgang mit Kosmetika: Die Produkte sollten nie länger als vorgesehen verwendet werden und stets mit sauberen Pinseln oder Applikatoren aufgetragen werden. 

Bei Kosmetika von Freunden oder den Testprodukten in Drogerien ist jedoch nicht festzustellen, ob diese Hygieneregeln befolgt wurden. Die Wissenschaftlerin rät daher: "Haltet euch von Kosmetikprodukten fern, die von anderen Menschen benutzt wurden - das gilt unter Freunden und insbesondere in Kosmetik-Geschäften. Man weiß einfach nie, welche Keime andere Menschen auf ihrer Haut tragen."


ikr

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