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USA Wie ein Biss in eine Chili in der Notaufnahme endete

USA: Mann beißt in Chili und endet in der Notaufnahme
Die Chilisorte "Carolina Reaper" brachte einen jungen Mann in die Notaufnahme
© Sebastian Gollnow / Picture Alliance / DPA
Verzerrte Gesichter und Schweißperlen auf der Stirn, davor ein beeindrucktes Publikum: Chili-Wettbewerbe sind in den USA ein großes Thema. Eine besonders feurige Schote brachte einen jungen Mann nun ins Krankenhaus. 

Ein junger Mann wollte großen Mut beweisen und biss in eine Chili, die als schärfste Schote der Welt gehandelt wird - zu recht, wie sich bald herausstellen sollte. Der 34-Jährige, der in New York an einem Chili-Wettbewerb teilgenommen und die "Carolina Reaper" probiert hatte, kam mit sogenanntem Donnerschlagkopfschmerz in die Notaufnahme. Nach einer Computertomographie diagnostizierten Ärzte die Extrem-Kopfschmerzen als Folge des sogenannten Reversiblen Cerebralen Vasokonstriktionssyndroms (RCVS). Dabei verengen sich bestimmte Arterienbereiche im Gehirn.

Es ist das erste Mal, dass RCVS nach dem Genuss von Chili dokumentiert wurde, berichtet das Team um Satish Kumar Boddhula vom Bassett Medical Center in Cooperstown (US-Staat New York) im "British Medical Journal Case Reports". Bisher war lediglich bekannt, dass Cayenne-Pfeffer in seltenen Fällen die Herzarterien verengen oder zu einem Herzinfarkt führen kann. Die Donnerschlagkopfschmerzen, die einen in Sekundenbruchteilen wie ein Hammerschlag heimsuchen können, verschwanden ebenso wie die heftigen Nackenschmerzen im Lauf der nächsten Tage und Wochen von selbst. Ein weiteres Hirn-CT fünf Wochen später war wieder normal, berichten die Ärzte.

Chili-Schoten können auch heilsam wirken

Von dem seltenen RCVS seien Frauen häufiger betroffen als Männer, sagt der Kopfschmerzexperte Charly Gaul, Generalsekretär der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Auch nach Drogengenuss trete es manchmal auf. "Typische Auslöser sind Kokain oder Amphetamine." Eine Gefahr im Genuss von Chili-Schoten sieht der Experte aber nicht. Chili und der darin enthaltene Wirkstoff Capsaicin werde auch zur Behandlung neuropathischer Schmerzen eingesetzt, etwa bei einer Gürtelrose.

sve DPA

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