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Nervenkrankheit ALS: Trauriger Abschied von verstorbener Mutter - "Es war ein gutes Leben"

Jahrelang kämpfte sie gegen eine unheilbare Nervenkrankheit, vor Kurzem hat sie den Kampf verloren: Nina Zacher litt an ALS, im Netz teilte sie ihr Schicksal mit der Welt. Ein Abschiedsvideo ihrer Familie berührt und inspiriert.

Nina Zacher

Mit ihren Posts und Videos über die Nervenkrankheit ALS, hat sie viele Menschen berührt: Am 21.5.2016 ist Nina Zacher der heimtückischen Krankheit gestorben.

In ihren Posts bei Facebook sprach sie offen über ihre schlimme Krankheit - und, dass ihr nicht mehr viel Zeit auf Erden bleibt: Bei der 46-jährigen Münchenerin Nina Zacher wurde 2012 ALS diagnostiziert - eine Nervenerkrankung, die spätestens nach der "ALS Icebucket Challenge" internationale Bekanntheit erlangte. Die Amytrophe Lateralsklerose führte auch bei Nina Zacher, Mutter von vier Kindern, langsam aber stetig zu körperlichem Verfall und dem Verschwinden von motorischen Funktionen. Dabei blieb sie bis zum Schluss geistig völlig fit, was ihren Kampf umso tragischer machte.

Am 21.5.2016 ist Nina Zacher an ihrer Krankheit gestorben. In einem emotionalen Video hat sich nun ihre Familie auch im Netz von ihr verabschiedet - und ihr ein Denkmal als Kämpferin gegen diese furchtbare Krankheit gesetzt. In dem kurzen Clip lässt ihre Familie das Leben von Nina Zacher noch einmal Revue passieren: Aufnahmen aus ihrem Familienleben sind zu sehen - im Hintergrund ist die Stimme der Familienmutter zu hören. Sie wäre gerne noch älter geworden, hätte Enkel bekommen, sagte sie. "Aber dennoch ist es so, wie es ist."

Kein Heilmittel für ALS

Auch betonte sie in dem Video, wie wichtig es war, dass die Krankheit ALS durch die "Icebucket Challenge" weltweit bekannt wurde. Durch ihren öffentlich Umgang mit ihrer Erkrankung wollte auch sie möglichst viele Menschen über ALS aufklären. Angst vor dem Tode habe sie zum Schluss keine gehabt - es sei eine Erlösung gewesen, heißt es in der Botschaft. Rückblickend könne sie sagen: "Es war ein gutes Leben".

Ein Heilmittel für die Krankheit gab und gibt es nicht. In verschiedenen Videos und Nachrichten berührte Zacher die Herzen vieler Menschen. Schonungslos beschrieb sie, wie sie von ihrer Diagnose erfuhr und sich damit arrangieren musste. Vor zwei Monaten veröffentlichte Zacher einen Abschiedsbrief auf Facebook: Schon damals wog sie bei 1,78 Meter Körpergröße nur noch 35 Kilo. Bewegen konnte sie sich kaum noch. Den Brief verfasste sie mit einem augengesteuerten Computer.

"Es geschieht jeden Tag dieses grausame Drama"

"Dieser grauenhafte Verfall ist unerträglich und ich kann nicht verstehen warum so etwas überhaupt passieren darf", schrieb sie. Damals richtete sie auch einen letzten Appell an die Menschen: "Aber es geschieht jeden Tag dieses grausame Drama, überall in Deutschland hinter verschlossener Tür, in Pflegeheimen, bei schwer Kranken und alten Menschen."

Nach den tragischen Veränderungen der letzten Wochen wird das hier wahrscheinlich meine letzte Nachricht sein. Ich bin...

Posted by Nina Zacher on Saturday, April 9, 2016


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