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Nervenkrankheit ALS : Todkranke Mutter postet bewegenden Abschiedsbrief

Die 46-jährige Münchnerin Nina Zacher leidet an ALS im fortgeschrittenen Stadium. Auf Facebook verabschiedet sie sich von der Welt - und berichtet in schonungsloser Offenheit von der unbarmherzigen Nervenkrankheit und dem körperlichen Verfall.

Die ALS-kranke Nina Zacher auf Facebook

Die ALS-kranke Nina Zacher geht mit ihrer Geschichte auf Facebook an die Öffentlichkeit

Die Nervenkrankheit ALS ist den meisten Menschen seit der sogenannten "Ice Bucket Challenge" ein Begriff. Monatelang kippte sich die Netzgemeinde im Jahr 2014 Eiswürfel-Kübel über den Kopf und rief zu Spenden für die unheilbare, tödliche Erkrankung auf. Die 46-jährige Münchenerin Nina Zacher ist seit 2012 an der Amytrophen Lateralsklerose erkrankt. Schon bald wird sie daran sterben. Über ihr Facebook-Profil such sie die Öffentlichkeit, teilt Aufrufe, erklärt in Videos ihre Krankheit und wie sie damit leben muss. Als "mein Vermächtnis für alle zukünftig Erkrankten, Angehörigen und Interessierten" bezeichnet sie ihre Posts.

Nun hat die Mutter von vier Kindern, die seit 22 Jahren verheiratet ist, ihre, wie sie sagt, letzte Nachricht ins Netz gestellt. In einem langen Abschiedsbrief berichtet sie davon, dass es sie "täglich auf ein neues überrascht, wie es möglich ist immer noch am Leben zu sein". Sie wiege bei 1,78 Meter Körpergröße nur noch 35 Kilo, könne nicht mehr sprechen und kippe beim Sitzen zur Seite. Mit schonungsloser Offenheit beschreibt sie ihren körperlichen Verfall und ihre Wut darüber, wie einige Menschen aus ihrem Umfeld damit umgehen.

Nach den tragischen Veränderungen der letzten Wochen wird das hier wahrscheinlich meine letzte Nachricht sein. Ich bin...

Posted by Nina Zacher on Saturday, April 9, 2016


In ihrem Post richtet sie auch einen Appell an die Öffentlichkeit: "Aber es geschieht jeden Tag dieses grausame Drama, überall in Deutschland hinter verschlossener Tür, in Pflegeheimen, bei schwer Kranken und alten Menschen." Mit den meisten ihrer vielen Gedanken sei sie ab jetzt alleine und könne sie nicht mehr mitteilen. Sie schließt mit den Worten: "Das schreiben mit dem augengesteuerten Computer ist sehr mühsam und unfassbar anstrengend. Ich bitte alle, die auf ihre Briefe und Nachrichten noch eine Antwort erwarten um Verständnis, dass ich das leider nicht mehr schaffe."

Nina Zacher berichtet von ihrem Leben mit ALS

Bereits in der Vergangenheit hat sie mehrere Posts zu ihrer Krankheit ins Netz gestellt, darunter auch ein Video von ihrem Familienleben mit der Krankheit, dem Umgang mit der schweren Diagnose und der Angst vor dem Tod.

Dieses kurze, sehr persönliche Video, zeigt wie ALS, diese unheilbare schnell tödliche Krankheit meinen Körper verändert...

Posted by Nina Zacher on Monday, February 29, 2016

 

fin

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