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Niedersachsen Dioxin-Schweinefleisch gelangte wohl doch in den Handel


Das niedersächsische Agrarministeriums hatte erst gestern erklärt, mit Dioxin belastetes Schweinefleisch sei nicht in den Handel gelangt. Einem Zeitungsbericht zufolge ist es offenbar doch geschehen. Das Fleisch von rund 100 Tieren soll an die Verbraucher verkauft worden sein. China stoppt unterdessen die Einfuhr von Schweinefleisch und Eiern aus Deutschland.

Mit dem Ultragift Dioxin verseuchtes Schweinefleisch ist einem Zeitungsbericht zufolge vermutlich entgegen der Versicherung der Behörden in den Handel gelangt. Noch vor der Schließung eines Schweinemast-Betriebes in Niedersachsen wegen dioxinbelastetem Futtermittel seien Ende Dezember rund 100 Tiere geschlachtet worden, heißt es in einem Bericht der "Neuen Osnabrücker Zeitung" laut Vorab-Bericht. Das niedersächsische Agrarministeriums hatte erst am Dienstag erklärt, belastetes Schweinefleisch sei nicht in den Handel gelangt. Heute sagte ein Ministeriumssprecher, man sei am Vortag noch nicht auf dem neuesten Stand gewesen, und es könne nicht mehr ausgeschlossen werden, dass das mit Dioxin belastete Fleisch in den Handel gekommen sei.

Bei einer Probeschlachtung im Landkreis Verden waren unzulässige Dioxin-Belastungen festgestellt wurden. Deshalb sollen nun 140 Schweine getötet und entsorgt werden. Zuvor war Dioxin in Eiern und Hühnerfleisch entdeckt worden. Das Dioxin gelangte über den Futterfett-Hersteller Harles und Jentzsch in Schleswig-Holstein in den Lebensmittelkreislauf. Vorsorglich war über Tausende Höfe eine Handelssperre verhängt worden. Diese wurde für die meisten Betriebe inzwischen wieder aufgehoben.

China stoppt Einfuhr von Schweinefleisch und Eiern

Unterdessen hat China wegen des Dioxin-Skandals die Einfuhr von Schweinefleisch und Eiern aus Deutschland verboten. Die staatliche Behörde für Qualitätsaufsicht in Peking stoppte alle neuen Importe. Auch Produkte mit Schweinefleisch und Eiern sind betroffen. Waren, die bereits unterwegs nach China sind oder in Häfen lagern, müssten gesondert untersucht werden, bevor sie freigegeben werden könnten, hieß es in einer Anweisung.

Deutsche Stellen, die gute Beziehungen zu chinesischen Aufsichtsbehörden pflegen, sind bereits offiziell von dem Einfuhrstopp unterrichtet worden. Wie die Behörde mitteilte, wurden die Importe ausgesetzt, um nach den Dioxinfunden in Scheinefleisch und Eiern in Deutschland zu vermeiden, dass Lebensmittel mit schädliche Substanzen in China in den Umlauf kommen.

zen/Reuters/DPA DPA Reuters

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