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Schadstoffbelastung "Ökotest" warnt: Vorsicht vor Arsen in Reiswaffeln!

Ein Kind beißt in eine Reiswaffel
Reiswaffeln können mit giftigem Arsen belastet sein
© Patrick Pleul/DPA
In der Vergangenheit sind Reiswaffeln immer wieder mit hohen Arsengehalten aufgefallen. Das Halbmetall gilt als krebserregend. Ein aktueller Testbericht von "Ökotest" zeigt: Viele Hersteller haben das Problem noch immer nicht im Griff.

Reiswaffeln sind meist glutenfrei, gelten als gesund und sind ein beliebter Snack für Kleinkinder. Doch in der Vergangenheit sind die Reiscracker immer wieder mit hohen Arsenwerten aufgefallen. Arsen ist ein Halbmetall, das in bestimmten Verbindungen schädlich für den Menschen ist – es ist krebserregend und kann bei chronischer Aufnahme die Nerven schädigen. "Ökotest" hat deshalb 19 Reiswaffeln getestet, darunter gesalzene und ungesalzene Produkte. Wie stark sind die Lebensmittel mit dem Giftstoff belastet?

Das Ergebnis ist ernüchternd: Elf Produkte fallen mit den Testnoten "mangelhaft" oder "ungenügend" durch. Der Grund: Der Gehalt an sogenanntem anorganischen Arsen ist stark erhöht oder liegt sogar über dem gesetzlichen Grenzwert von 0,3 Milligramm pro Kilogramm. Am stärksten belastet sind laut "Ökotest" die Produkte "Real Quality Reiswaffeln mit Meersalz" (0,89 Euro), "Dennree Reiswaffeln ungesalzen" (0,69 Euro) und die "Continental Bakeries Reiswaffeln Meersalz" (0,69 Euro). Im Test überschreiten sie alle den gesetzlichen Grenzwert.

Dass es auch anders geht, zeigt der Testsieger "Hipp Kinder Reiswaffeln" (2,43 Euro/100 Gramm). Arsen fanden die Tester hier nur in Spuren. Das Produkt wurde deshalb als einziges mit der Testnote "sehr gut" ausgezeichnet. Croque Madame Video 19Uhr

Wie gelangt Arsen in die Reiswaffeln?

Arsen kommt natürlicherweise im Boden und im Wasser vor. Belastungen mit Arsen können zunehmen, wenn auf Feldern arsenhaltige Pestizide oder Dünger verwendet werden. Wird verunreinigtes Wasser auf Reisfelder gespült, nehmen die Pflanzen das Halbmetall über die Wurzel auf und reichern es im Reiskorn an, besonders in den Randschichten. Aufgrund der speziellen Verarbeitung enthalten Reiswaffeln oft mehr Arsen als herkömmlicher Reis.

Nach Auffassung von "Ökotest" sind Reiswaffeln für Babys und Kleinkinder tabu. Eine bessere Alternative seien Dinkelstangen oder Zwieback, die auch die Kaumuskulatur fördern würden. Für ältere Kinder und Erwachsene sei der gelegentliche Verzehr der Waffeln zwar in Ordnung, allerdings sollte darauf geachtet werden, Produkte zu kaufen, die für Babys und Kleinkinder ausgelobt seien. Für sie gelten strengere Grenzwerte, und die Belastung sei geringer.

Den vollständigen Testbericht mit allen Produkten gibt es in der aktuellen Ausgabe von "Ökotest".

ikr

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