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Pilze sammeln: Mehr Vergiftungen als in den Vorjahren

Weil in Norddeutschland in diesem Herbst besonders viele Pilze wachsen, haben sich schon mehr Menschen eine Pilzvergiftung zugezogen als in den Vorjahren. Experten fürchten weitere Fälle, denn die Hauptsaison zum Pilze sammeln kommt noch.

Die Pilzschwemme hat in diesem Jahr in Norddeutschland dazu geführt, dass mehr Menschen eine Pilzvergiftung erleiden. Bisher seien 199 Fälle registriert worden, sagt Andreas Schaper, der stellvertretende Leiter vom Giftinformationszentrum an der Universitätsmedizin Göttingen. Im vergangenen Jahr seien es 288 insgesamt gewesen. "Wir erwarten für 2009 einen deutlichen Anstieg, denn die Hauptsaison kommt noch", sagt Schaper. Tödliche Pilzvergiftungen habe es im Gegensatz zu früheren Jahren jedoch noch nicht gegeben.

In den vergangenen zehn Jahren waren nach Angaben von Schaper in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen sieben Menschen an Pilzvergiftungen gestorben. Das Zentrum ist für die vier Bundesländer zuständig. In diesem Jahr hätten mehrere Pilzsammler Knollenblätterpilze gegessen, die sie mit Champignons verwechselt hätten. "Das Tückische an diesem Pilz ist, dass die Vergiftungen häufig erst nach einem halben Tag bemerkt werden und ohne frühzeitige Behandlung zu schwersten Leberschädigungen führen können", erklärt der Experte.

Deshalb rät der Arzt Pilzliebhabern, im Zweifelsfall Sachverständige zu fragen. Deren Adressen gibt das Giftinformationszentrum heraus. Pilzbücher allein reichten bei unerfahrenen Sammlern nicht aus.

DPA / DPA
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