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Neue Studie Wissenschaftler weisen nach, dass viel Trash-TV dem Gehirn schadet

Ein Fernsehgerät
Trash-TV gucken kann großen Spaß machen, aber es gibt einen Haken
© deepblue4you / Getty Images
Es kann nach einem stressigen Arbeitstag wunderbar entspannen und macht gelegentlich großen Spaß: Trash-TV schauen. Reality- oder Dating-Shows, bloß nichts Anstrengendes. Doch unser Gehirn mag das offenbar nicht.

Viel fernzuschauen hatte ja nie einen guten Ruf. Früher wurden Kinder von ihren Eltern gewarnt, dass zu viel Fernsehen eckige Augen mache. Spätestens seit Erfindung des Privatfernsehens und seiner bunten Gameshows hält sich zudem das Gerücht, dass das nicht gut für die Intelligenz der Zuschauer sein könnte. Auf wissenschaftlichen Fakten basierte ein solcher Kultursnobismus jedoch nie. Bis jetzt.

Der amerikanische Forscher Dr. Ryan Dougherty von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore untersuchte die Auswirkungen, die ausgiebiges Schauen von seichten Fernsehprogrammen auf die Gehirne von 599 Menschen mittleren Alters hatte. Und er stellte fest: Die sogenannte Graue Substanz war bei den Probanden in geringerem Umfang vorhanden als bei Vergleichspersonen, zudem waren ihr Frontallappen und ihre Area entorhinalis kleiner als bei Fernseh-Verweigerern – ihr Gehirn schrumpfte also wortwörtlich. Zusätzlich schnitten sie schlechter bei kognitiven Tests ab.

Viel Fernsehen schädigt nachweislich das Gehirn

Das Erschreckende: Schon verhältnismäßig geringer Trash-TV-Konsum im Erwachsenenalter scheint Folgen für das Gehirn zu haben, die schlimmstenfalls im Seniorenalter in Demenz enden könnten. Die betroffenen Probanden etwa schauten täglich im Schnitt zwei bis drei Stunden fern. Und nicht einmal Sport und ein ansonsten gesunder Lebensstil scheinen die negativen Effekte durch die Flimmerkiste ausgleichen zu können.

Deshalb schlägt Dr. Ryan Dougherty den Menschen stattdessen andere Beschäftigungen für den wohlverdienten Feierabend vor, die sogar gut für das Gehirn sein können. Dazu zählen beispielsweise Brettspiele. Ob allerdings eine allabendliche Runde Monopoly oder "Mensch ärgere Dich nicht" einen ähnlich entspannenden Effekt auf uns haben wie eine Folge "Bachelorette", das bleibt wohl offen.

Quellen:  "The Guardian"Studie

wt

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