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Wellen werden zu Zacken: Japaner erfindet neue optische Täuschung - und niemand kann sie erklären

Der Japaner Kohske Takahashi hat eine verblüffende optische Täuschung kreiert. Sie zeigt eine Wellenlinie, die auf grauem Grund plötzlich zackig erscheint. Allein: Erklären kann er den Trick nicht.

Vor einem grauen Hintergrund verwandeln sich Wellen in Zacken. Vor dem schwarzen und weißen Hintergrund passiert dies nicht.

Warum verwandeln sich die Wellen vor dem grauen Hintergrund in Zacken?

Starre Bilder scheinen sich zu bewegen, gerade Striche wirken schief: Optische Täuschungen eint eine Besonderheit - sie verblüffen und faszinieren, überlisten unsere Wahrnehmung und lassen uns an unseren Sinnen zweifeln. Unwillkürlich führen sie zu Fragen: Wie real ist das, was wir sehen? Sind wir tatsächlich so leicht zu manipulieren?

Dem Japaner Kohske Takahashi ist es gelungen, ein verblüffendes Beispiel für eine optische Illusion zu kreieren. Seine Arbeit stellt er auf der Platform "PubMed" vor - und sie wirkt auf den ersten Blick recht unscheinbar. Das Bild zeigt Wellen und gezackte Linien, die abwechselnd hell- und dunkelgrau eingefärbt sind. Tatsächlich abgebildet sind jedoch nur Wellenlinien, die sich vor einem grauen Hintergrund in Zickzack-Linien verwandeln. Interessanterweise zeigt sich dieser Effekt nicht vor einem weißen oder schwarzen Hintergrund. Was hat es damit auf sich?

Optische Täuschung narrt unsere Wahrnehmung

Der Erfinder bezeichnet das neu beobachtete Phänomen als "Kurven-Blindheit". Ob wir Wellen oder Zacken wahrnehmen ist demnach abhängig von der Einfärbung der Linien. Wir erkennen Zacken, wenn die steigenden Abschnitte der Linie eine andere Farbe aufweisen als die fallenden Abschnitte. Stehen dagegen die Scheitelpunkte der Linie im Kontrast zueinander, erkennen wir auch auf dem grauen Hintergrund eine Wellenlinie. Mehr noch: Die Wölbung scheint sich im Vergleich zu weißem oder schwarzem Hintergrund sogar zu verstärken. Wie kann das sein?

Kohske Takahashi hat für den Effekt selbst noch keine zufriedenstellende Erklärung gefunden. Er vermutet aber, dass die Mechanismen für die Wahrnehmung von weichen Kurven und stumpfen Ecken miteinander konkurrieren - und zwar, wie er sagt, "auf unausgeglichene Weise". Das würde bedeuten: zugunsten der Kanten. Warum das der Fall ist, ist noch nicht abschließend geklärt.

Seine Darstellung ist jedoch ein beeindruckendes Beispiel dafür, wie leicht wir optischen Täuschungen auf den Leim gehen - ganz gleich, ob sie erklärbar sind oder nicht.

Optische Täuschung: Können Sie 18 Kreise auf diesem Bild erkennen?


ikr
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