HOME

Gesundheitsrisiko: Warum US-Amerikaner jetzt Angst vor Römersalat haben

Knackig, grün - aber leider alles andere als gesund: US-Amerikaner meiden derzeit Römersalat. Supermärkte haben die grünen Knollen sogar aus den Regalen genommen. Die Blätter stehen mit schweren Lebensmittelvergiftungen in Zusammenhang.

Römersalat mit E. coli-Bakterien verseucht

Römersalat mit E. coli-Bakterien verseucht

Getty Images

Maggie Menditto war eine junge und gesunde 22-Jährige, Vegetarierin, gerade fertig mit dem College. Doch dann wurde sie plötzlich krank. Tagelang klagte sie über heftige Bauchschmerzen, hatte Durchfall, zuletzt sogar blutigen. Sie kam ins Krankenhaus, die Ärzte tippten auf eine schwere Darmentzündung, verschrieben ihr Antibiotika. Ein Irrtum, wie sich herausstellten sollte.

Stattdessen hatte Menditto offenbar mit E. coli-Bakterien verseuchten Römersalat gegessen, berichtet die "New York Times". Die junge Frau schwebte zweitweise sogar in Lebensgefahr und verbrachte über einen Monat im Krankenhaus. Ihre Nieren hatten vorübergehend aufgehört zu arbeiten - eine schwere Komplikation einer E. coli-Infektion. 

 Maggie Menditto ist kein Einzelfall. So wie ihr erging es in den letzten Monaten einer ganzen Reihe von US-Amerikanern. Seit Mitte März zählt die Gesundheitsbehörde C.D.C. (Centers for Disease Control and Prevention) insgesamt 84 Fälle von E. coli-Infektionen, die mit Römersalat in Zusammenhang stehen. Weitere Fallzahlen dürften hinzukommen, da die Zahlen für den Monat April noch nicht vollständig ausgewertet wurden.

Keime im Römersalat bilden ein Gift

Der kontaminierte Salat stammt offenbar aus der Region um die Stadt Yuma, Arizona. Die Gesundheitsbehörden warnen derzeit davor, Römersalat aus dieser Region zu essen. Knollen, deren Herkunft nicht bekannt ist, sollten ebenfalls gemieden werden. "Auf den Produkt-Etiketten sind die Anbau-Regionen oft nicht aufgeführt", heißt es in einer Mitteilung. "Essen oder kaufen Sie daher keinen Römersalat, wenn Sie nicht wissen, wo er angebaut wurde."

Die Krankheitsfälle erstrecken sich auf insgesamt 19 Bundesstaaten. Die meisten Kranken gab es demnach in Pennsylvania und New Jersey. Inzwischen haben auch Supermarkt-Ketten wie Walmart und Del Taco reagiert und entsprechende Salate aus ihren Regalen genommen. 

E. coli-Bakterien kommen natürlicherweise in der Umwelt vor, beispielsweise in roher Milch, auf Obst und Gemüse. Die meisten Stämme sind für den Menschen ungefährlich. Bei dem Salat-Keim handelt es sich jedoch um ein besonderes Bakterium, E. coli 0157. Keime dieser Art produzieren ein Gift, das beim Menschen zu blutigem Durchfall und Nierenversagen führen kann. Unklar ist derzeit, wie das Bakterium auf die Salate gelangte.

Bei Salat ist Küchenhygiene besonders wichtig

Bereits in der Vergangenheit hatte es in den USA Fälle von E. coli-Infektionen gegeben: Im Jahr 2016 erkrankten 96 Menschen im Bundesstaat Illinois durch kontaminierten Koriander. 2006 kursierte landesweit verunreinigter Spinat -  238 Menschen erkrankten, fünf starben.

Krank durch Salat? Diese Nachricht dürfte viele Menschen überraschen, gilt Salat gemeinhin als sehr gesundes Lebensmittel. Ungewöhnlich sind Keim-Belastungen jedoch nicht: Salate sind Naturprodukte und damit anfällig für Keime. An den Blättern können Schmutz, Erde und Bakterien haften. Salat sollte vor dem Verzehr immer gründlich abgespült werden, am besten unter fließendem Wasser. Dasselbe gilt auch für Gemüse, Sprossen und Obst.

Wie sinnvoll sind antibakterielle Sprays und Handgele?


ikr

Wissenscommunity