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E.coli-Erkrankungen in England: So verhindern Sie, dass Salat zur Keimschleuder wird

Auf Blattsalaten können Krankheitserreger lauern, vor allem vorgeschnittene Produkte aus dem Supermarkt sind belastet. Sechs Tipps für einen gesunden Umgang mit dem Lebensmittel.

Blattsalat in Nahaufnahme

Potenzieller Krankmacher: In geschnittenem Blattsalat können sich Keime rasant vermehren

Blattsalate sind eigentlich ein gesundes, kalorienarmes Lebensmittel. Doch unter Umständen können sie auch krank machen, wie eine aktuelle Infektionswelle in England zeigt: Dort sind 151 Menschen an einer Lebensmittelvergiftung erkrankt. Ein Großteil der Betroffenen hatte zuvor abgepackten Rucola-Salat gegessen, der wohl mit dem Darmbakterium E.coli verseucht war. Die unangenehmen Folgen der Infektion: Bauchschmerzen und Durchfall, der bisweilen heftig ausfallen kann.

Dass Blattsalat Krankheitserreger enthalten kann, ist nicht neu. Ob es zu einer Infektion kommt und wie stark diese ausfällt, hängt nicht zuletzt von dem Gesundheitszustand und dem Alter des Betroffenen und der Anzahl der Erreger ab. Die Gründe für eine Verunreinigung mit Keimen sind vielfältig: Sie gelangen entweder schon auf dem Feld auf die Lebensmittel, etwa durch landwirtschaftliche Tiere. Oder sie werden bei der Verarbeitung auf die Blattsalate übertragen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn die Lebensmittel mit verkeimtem Wasser gewaschen werden.

Abgepackte Blattsalate sind mitunter Keimschleudern

Vorgeschnittene und abgepackte Blattsalate sind prädestiniert für eine hohe Keimbelastung: "Intakte Salat- und Kohlblätter bieten einen gewissen natürlichen Schutz gegen Keime", schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). "Dieser wird zerstört, wenn sie geschnitten werden. An den Schnittflächen tritt Zellsaft aus, der Keime anzieht." Auch durch die Feuchtigkeit in den Plastiktüten fühlen sich Bakterien wohl und können sich mitunter rasant vermehren. Daher gilt: immer gut kühlen und nach Möglichkeit zügig nach dem Einkauf aufbrauchen.

Auch durch einige allgemeine Tipps lässt sich das Risiko einer Lebensmittelvergiftung senken. Hier sind einige der wichtigsten:

  • Salate sind Naturprodukte, an denen Erde und Dreck haften kann. Vor dem Lagern sollte Schmutz entfernt werden. So wird verhindert, dass unter Umständen enthaltene Keime in den Kühlschrank gelangen.
  • Gemüse, Sprossen, Salate und Obst sollten vor dem Verzehr sorgfältig gewaschen werden, am besten unter fließendem Wasser.
  • Auf Küchenhygiene achten: Blattsalate nie auf Schneidebrettern schneiden, auf denen zuvor Fleisch oder Fisch zubereitet wurde. Auch Messer sollten vor dem Salatschnippeln ausgetauscht oder gereinigt werden.
  • Geschnittene Salate sollten entweder sofort gegessen oder bis zum Verzehr im Kühlschrank gelagert werden. Sie gehören in geschlossene Behälter oder zumindest abgedeckt. Das verhindert, dass Fremdkeime auf das Lebensmittel gelangen und sich dort vermehren.
  • Die Kühlschranktemperatur im Blick behalten: Sie sollte höchstens bei sieben Grad Celsius liegen – besser darunter. Kühle Temperaturen hemmen das Bakterienwachstum.
  • Vor der Speisenzubereitung ist gründliches Händewaschen wichtig, am besten mit Wasser und Seife. Es ist auch immer dann angebracht, wenn Keime auf die Hände gelangt sein könnten: zum Beispiel nach dem Toilettengang oder wenn Tiere gestreichelt wurden.

Informationen: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Public Health England

ikr