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Analyse eines Ärzteteams: Das ist der wahre Grund für den Rückgang von Organspenden

In Deutschland sinkt die Zahl der Organspenden. Doch dafür ist nicht der Vertrauensverlust möglicher Spender verantwortlich. Ärzte aus Kiel haben nun einen anderen Grund identifiziert - und der überrascht. 

Hoffen auf rettendes Organ: In Deutschland sinkt die Zahl der Organspenden (Symbolbild)

Hoffen auf rettendes Organ: In Deutschland sinkt die Zahl der Organspenden (Symbolbild)

Getty Images

Organspenden retten Leben. Doch die Wartelisten sind lang. In Deutschland hoffen derzeit mehr als 10.000 Menschen auf eine neue Niere, Leber, Herz oder Lunge - immer häufiger vergeblich. Denn die Zahl der Spenden ist in den letzten Jahren gesunken: Wurden im Jahr 2012 noch 1046 Organspenden durchgeführt, waren es 2017 nur noch 797. Auch die Zahl der transplantierten Organe sank im selben Zeitraum deutlich - von 3706 auf 2765. Auf eine Organspende können dabei mehrere transplantierte Organe entfallen. Was sind die Gründe?

Ein Forscherteam aus Kiel ist dieser Frage nachgegangen - und kam zu einem überraschenden Ergebnis. Schuld an der Entwicklung sind nicht etwa immer weniger potenzielle Organspender, wie oft vermutet wird. Vielmehr handelt es sich um ein organisatorisches Problem in den Entnahmekliniken, schreibt das "Deutsche Ärzteblatt". Das Fachblatt veröffentlichte auch die Analyse des Forscherteams.

Die Studie offenbart ein Paradoxon: Auf der einen Seite steigt die Zahl der Todesfälle mit Hirnschädigung sowie der Anteil der Patienten mit einer Beatmungstherapie vor dem Tod. Damit nimmt auch die Zahl der Patienten zu, die als Organspender in Frage kämen - von 23.900 (2010) auf 27.300 (2015). Doch diese Entwicklung schlägt sich nicht in der Anzahl der gespendeten Organe nieder. Im Gegenteil - hier sind die Zahlen rückläufig.

Krankenhäuser melden Organspender immer seltener

Nach Angaben des Forscherteams vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein liegt der Hauptgrund für den Rückgang bei den Kliniken: Sie würden die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) immer seltener kontaktieren und mögliche Organspender melden. Die Kontaktquote lag demnach 2010 bei 11,5 Prozent - und 2015 nur noch bei 8,2 Prozent.

Entscheidend sei nun, strukturelle Verbesserungen an den Kliniken voranzutreiben, heißt es im Ärzteblatt. Seit dem 1.8.2012 sind alle Krankenhäuser dazu verpflichtet, einen Transplantationsbeauftragten zu benennen und mögliche Spender an die DSO zu melden.

Einer Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung zufolge stehen 84 Prozent der Deutschen der Organ- und Gewebespende positiv gegenüber - fünf Prozent mehr als 2010. Der Anteil der Befragten, der angab, einen Organspendeausweis zu
besitzen, nahm von 2008 bis 2018 sogar von 17 auf 36 Prozent zu. Eine mangelnde Spendenbereitschaft sei demnach nicht die Ursache für den Rückgang der Organspenden, betonen die Autoren.

ikr, mit Agentur
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