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Salmonellen und Campylobacter: In vielen Hähnchen stecken Durchfallerreger

Kein Ende der Lebensmittelskandale! Über 70 Prozent aller Hähnchen in europäischen Schlachthöfen sind mit dem Durchfallerreger Campylobacter infiziert, warnt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit. Um eine Erkrankung zu vermeiden, sollten Verbraucher bei der Zubereitung manches beachten.

Um Infektionen mit Campylobacter und Salmonellen zu vermeiden, sollte das Fleisch gut durchgegart werden

Um Infektionen mit Campylobacter und Salmonellen zu vermeiden, sollte das Fleisch gut durchgegart werden

Hähnchenfleisch ist lecker, mager und vielfältig verwendbar - allerdings nur gut durchgegart. Denn die Broiler sind häufig mit Bakterien belastet, die zu Durchfall führen können. Wie eine Untersuchung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) in Berlin ergeben hat, sind drei von fünf Hähnchen in deutschen Schlachthöfen mit dem Durchfallerreger Campylobacter belastet. Das entspricht 62 Prozent der 432 untersuchten Hähnchen.

Europaweit waren sogar 76 Prozent der Schlachthähnchen belastet, wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) berichtet. Die Campylobacter-Infektion gehörte laut Efsa 2009 zu den am meisten von Tieren auf Menschen übertragenen Krankheiten. Auf knapp 18 Prozent der Hähnchen wurden zudem Salmonellen nachgewiesen. Campylobacter und Salmonellen sind die häufigsten Erreger bakterieller Magen-Darm-Erkrankungen des Menschen.

Gut garen und sauber zubereiten

Die BfR-Studie ist Teil einer Untersuchung, die von der Efsa 2008 in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union vorgenommen wurde. Europaweit sind über 70 Prozent aller Hähnchen mit Campylobacter infiziert. Bei ihrer Ankunft in den EU-Schlachthöfen seien 2008 rund 71 Prozent der Tiere mit dem Darmkeim infiziert gewesen, berichtet die Efsa. Nach der Schlachtung wurde bei 76 Prozent der Broiler der Durchfallerreger festgestellt. Dies weise auf eine Infizierung auch innerhalb der Schlachthäuser hin. Hauptsächlich gelangt Campylobacter allerdings mit dem Darminhalt und auf den Federn der Tiere in den Schlachthof. Salmonellen wurden bei 15,7 Prozent der untersuchten Tiere nachgewiesen.

Um bei Geflügelfleisch sicher zu gehen, raten Experten, es gar zu kochen und damit die Erreger abzutöten. Wichtig ist es auch, das Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln aufzubewahren und zuzubereiten, damit Krankheitserreger nicht verschleppt werden. Schneidebretter, auf denen rohes Fleisch bearbeitet wurde, sollen zum Beispiel danach nicht mehr für Gemüse verwendet werden.

AFP/DPA/DPA

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