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Powernapping: Das Nickerchen zwischendurch

Studien haben gezeigt, dass die Wirkung einer halben Stunde Schlaf alles andere als einschläfernd ist: Powernapping am Mittag fördert die Konzentration.

Die Nasa hat's bewiesen: Ein Schlaf auf der Tastatur macht fit

Die Nasa hat's bewiesen: Ein Schlaf auf der Tastatur macht fit

Was für unsere Großeltern noch eine Selbstverständlichkeit war, ist in unserer Leistungsgesellschaft mittlerweile verpönt: das kurze Nickerchen zwischendurch. Dabei hat dieses so genannte Powernapping nur Vorteile. Denn um die Mittagszeit kämpfen die meisten Menschen mit Müdigkeit und mangelnder Konzentration: ein Phänomen, das im menschlichen Biorhythmus verankert ist - es lässt sich nicht durch Schlafmangel des Nachts erklären, und mit Kaffee lässt es sich nicht bekämpfen.

Wenn Sie unter dieser Mittagsmüdigkeit leiden oder nachts nicht genügend Schlaf bekommen, können Sie am Tag ein kurzes Nickerchen einlegen. Das wirkt wie ein natürliches Aufputschmittel - es hat keine Nebenwirkungen, kommt völlig ohne Chemie aus und ist nachweisbar wirksam: Die US-amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde Nasa hat in einer Untersuchung belegt, dass nach einem Nickerchen die Aufmerksamkeit um 100 Prozent steigt.

Der Aufputscher ohne Nebenwirkungen

Das kurze Schläfchen zwischendurch wurde in zahlreichen Studien untersucht. Diese Erkenntnisse gelten als gesichert:

  • Es wirkt sich positiv auf das Kurzzeitgedächtnis aus.
  • Es steigert die Leistung.
  • Es reduziert das Gewicht: Müde Menschen haben einen größeren Appetit auf fette und süße Lebensmittel.
  • Es schützt vor Herzkrankheiten: Wenn Sie drei Mal wöchentlich mittags eine halbe Stunde schlafen, können Sie Ihr Herzinfarktrisiko um 37 Prozent senken.
  • Es macht gute Laune: Wer wenig geschlafen hat, ist schnell gereizt. Ein Schläfchen steigert die Konzentration von Serotonin im Blut, einem Hormon, das die Stimmung hebt.
  • Es beugt Erschöpfungszuständen vor.

Legen Sie Ihren Kopf ruhig auf den Schreibtisch

Wer zu Hause ist, hat's natürlich leicht mit seinem Mittagsschlaf - und kuschelt sich einfach auf dem Sessel zusammen. Aber auch im Büro können Sie das Kurzzeit-Nickerchen in Ihre Mittagspause integrieren: Klappen Sie zuerst die Rückenlehne Ihres Stuhls zurück. Dann legen Sie die Füße hoch. Schließen Sie die Augen und entspannen Sie sich. Wichtig ist vor allem, dass Ihr Kopf gestützt wird. Gibt Ihre Stuhl-Lehne das nicht her, legen Sie Ihren Kopf auf den Schreibtisch. Es ist nämlich gar nicht nötig, im Liegen zu schlafen. Im Gegenteil: Bett oder Sofa verführen dazu, zu lange zu schlafen. Das Powernapping sollte zwischen 20 und 30 Minuten, jedenfalls nicht länger als eine Stunde dauern. Nicken Sie länger ein, kann aus Ihrem Kurz- ein Tiefschlaf werden. Werden Sie dann geweckt, fühlen Sie sich gereizt und verwirrt. Außerdem sinkt bei einem längeren Schlaf der Blutdruck und Sie fühlen sich danach schlapp und müde. Die optimale Zeit fürs Mittagsschläfchen ist übrigens zwischen 13 und 14 Uhr. Und am besten nach dem Essen, weil der Körper dann seine ganze Energie auf die Verdauung konzentrieren kann.

Vorher Kaffee trinken: Kein Problem!

Wer auf seinen Espresso nach dem Mittagessen nicht verzichten will, kann ihn unbesorgt vorm Nickerchen genießen. Denn das Koffein wirkt erst nach 20 bis 30 Minuten. Wenn Sie also eine Tasse Kaffee trinken und gleich danach einschlafen, nutzen Sie im Idealfall sowohl den erholsamen Schlaf als auch das anregende Koffein.

Um die positive Wirkung des Powernappings zu spüren, sollten Sie wirklich schlafen und nicht nur die Augen schließen. Auf Knopfdruck zu entspannen und einzuschlafen, ist zwar gar nicht so einfach - aber Sie können es lernen. Zum Beispiel mit der so genannten progressiven Muskelentspannung nach Jacobson. Das ist ein Training zur Tiefenentspannung, das sich einfach in den Alltag integrieren lässt. Wer autogenes Training oder Yoga beherrscht, kann es auch damit probieren. Und wer leicht durch Geräusche gestört wird oder - im Gegenteil - bei absoluter Ruhe nicht schlafen kann, hört am besten über Kopfhörer klassische Musik.

Britta Hesener
Themen in diesem Artikel
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?