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Stockholm: Zur Hausen nimmt Nobelpreis entgegen

Krebsforscher Harald zur Hausen hat aus Hand von Schwedens König Carl XVI. Gustaf den Nobelpreis für Medizin entgegengenommen. Der deutsche Virologe wurde im Stockholmer Konzerthaus für die Entdeckung ausgezeichnet, dass bestimmte Viren Gebärmutterhalskrebs auslösen können.

Zur Hausen teilte sich die Auszeichnung mit den beiden französischen Entdeckern des Aidsvirus, Luc Montagnier (76) und Françoise Barré- Sinoussi (61).

In Norwegens Hauptstadt Oslo erhielt der finnische Ex-Präsident Martti Ahtisaari wenige Stunden zuvor den diesjährigen Friedensnobelpreis überreicht. Der 71-Jährige wurde für seinen jahrzehntelangen Einsatz auf mehreren Kontinenten als Mittler bei Krisen, Konflikten und Kriegen geehrt. Alle Nobelpreise sind mit jeweils zehn Millionen schwedischen Kronen (950.000 Euro) je Sparte dotiert. Für das abendliche Stockholmer Festbankett bekam zur Hausen Schwedens populäre Kronprinzessin Victoria als Tischdame zugeteilt.

Bei der Verleihungszeremonie im Beisein von Königin Silvia wurden auch der Literatur-, der Chemie- und der Physik-Nobelpreis sowie der nachträglich gestiftete Wirtschafts-Preis "in Gedenken an Alfred Nobel" überreicht. Der Literaturnobelpreis ging an den französischen Schriftsteller Jean-Marie Gustave Le Clézio (68). Den Physikpreis teilen sich die Japaner Makoto Kobayashi (64) und Toshihide Maskawa (68) mit dem ebenfalls in Japan geborenen US-Physiker Yoichiro Nambu (87) für bedeutende theoretische Erklärungen zur Existenz des Universums. Nambu konnte aus Gesundheitsgründen nicht in die schwedische Hauptstadt kommen.

Chemie-Nobelpreis für grüne Markierung

Die US-Forscher Osamu Shimomura (80), Martin Chalfie (61) und Roger Tsien (56) bekamen den Chemie-Nobelpreis für die erfolgreiche Anwendung eines grünlich fluoreszierenden Proteins, das sich zu einem Universalwerkzeug der Biologie entwickelt hat. Damit markiert lassen sich etwa Zellen auf dem Weg durch den Körper sichtbar machen.

Der Wirtschafts-Preis wurde an US-Handelstheoretiker Paul Krugman (55) überreicht. Krugman hat sich als scharfer Kritiker der Wirtschaftspolitik von US-Präsident George W. Bush profiliert und wird für seine Beiträge zur Theorie des Außenhandels und zur Wirtschaftsgeografie ausgezeichnet. Der Wirtschaftspreis gilt als umstritten, weil er nicht wie alle anderen Nobelpreise auf das Testament des Preisstifters Alfred Nobel (1833-1896) zurückgeht. Er wurde erst 1968 nachträglich von der schwedischen Reichsbank gestiftet.

DPA / DPA

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