Studie Kiffen erhöht Krebsrisiko drastisch


Der Rauch eines Joints ist so krebserregend wie der von 20 Zigaretten. Das fanden Forscher aus Neuseeland heraus. Je mehr und je länger Kiffer Cannabis rauchen, desto höher ist ihr Lungenkrebsrisiko – unabhängig vom Tabakkonsum.

Zu alarmierenden Resultaten kamen Wissenschaftler vom Medizinischen Forschungsinstitut in Wellington. Ihre Arbeit erscheint im "European Respiratory Journal". Je länger und je mehr Cannabis geraucht werde, desto höher liege das Risiko für Lungenkrebs – und das unabhängig vom Tabakkonsum.

An der Studie hatten neuseeländische Lungenkrebspatienten teilgenommen, die nicht älter als 55 Jahre waren. Alle gaben in einer persönlichen Befragung ausführlich Auskunft über ihre Rauchgewohnheiten, die Krankheitsgeschichte der Familie und den Beruf. Zusätzlich berichteten sie über ihren Alkohol- und Cannabiskonsum. Patienten, die in ihrem Leben mehr als 20 Joints geraucht hatten, wurden genauer befragt. Am Ende verglichen die Wissenschaftler 79 Lungenkrebspatienten mit einer Kontrollgruppe von 324 anderen Patienten.

Dabei kam heraus: Wer über zehn Jahre lang einen Joint täglich oder fünf Jahre lang zwei Joints pro Tag geraucht hatte, für den war das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken 5,7-mal höher als bei den übrigen Patienten. Das bedeutet: Das Rauchen eines Joints ist für die Lunge so gefährlich wie das Rauchen von 20 Zigaretten. Dieser Zusammenhang zeigte sich unabhängig von den übrigen Rauchgewohnheiten. "Obwohl unsere Studie nur eine relativ kleine Gruppe berücksichtigt, zeigt sie klar, dass langfristiges Cannabis-Rauchen das Lungenkrebsrisiko erhöht", erklärt Studienleiter Richard Beasley.

Mehr Ammoniak, mehr Monoxide

Bereits 2007 hatte er in einer anderen Studie im Journal "Thorax" gezeigt, dass der Rauch aus getrockneten Cannabisblüten (Marihuana) die Zahl feiner Verästelungen in der Lunge verringert. Diese sind für den Sauerstofftransport ins Blut und den Abtransport von Schadstoffen zuständig. Cannabis-Raucher hätten zudem häufig keuchende Atemgeräusche, sonderten Schleim ab, husteten und hätten ein Gefühl der Enge in der Brust.

Der Rauch eines Joints enthält zudem bis zu 20-mal mehr schädliches Ammoniak als der einer Zigarette, berichteten die Forscher um David Moir von der kanadischen Gesundheitsbehörde, ebenfalls 2007. Zudem seien Stickstoffmonoxid und weitere Stickstoffoxide im Marihuana-Rauch drei- bis fünfmal höher konzentriert als im Zigarettenqualm, berichteten die Wissenschaftler im Journal "Chemical Research in Toxicology".

DPA DPA

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