Tipps und Adressen Vorsicht vor unseriösen Angeboten


In Indien haben Ayurveda-Ärzte ein jahrelanges Studium absolviert. In Deutschland reichen ein paar Kurse, um die alte Heilkunst anwenden zu dürfen. Entsprechend kritisch sind die zahllosen ayurvedischen Angebote zu bewerten.

Obwohl Ayurveda bisher in Deutschland die wissenschaftliche Anerkennung fehlt, sind die Regelungen hierzulande wesentlich laxer als in Indien. Dort dürfen offiziell nur Ärzte praktizieren, die mindestens ein fünfeinhalbjähriges Studium mit dem Abschluss B.A.M.S. (Bachelor of Ayurvedic Medicine and Surgery) an einem der 221 Colleges absolviert haben. Etwa ein Drittel des Lernstoffs ist westliche Medizin. Nach drei weiteren Jahren erwerben die Absolventen den Medical Doctor in Ayurveda (M.D.(Ayur.)). In Indien verlassen jedes Jahr 12 000 B.A.M.S und 1000 M.D.(Ayur.) die indischen Hochschulen.

In Deutschland dürfen diese Ärzte nicht praktizieren. Dafür aber Heilpraktiker, die nur eine Schmalspurausbildung absolviert haben, wie sie von zahlreichen deutschen Instituten angeboten wird. Daneben tummeln sich unzählige Ernährungsberater, Yogalehrer, Krankenschwestern, Physiotherapeuten und Kosmetikerinnen auf dem Markt, und die exotische Heilkunde ist eine beliebte Einflugschneise für Esoteriker aller Art.

Viele operieren dabei in der Grauzone zwischen Lebensberatung, Wellness und Medizin. Gerade im Wellness-Bereich ist der Missbrauch groß. So bieten zahllose Hotels Ayurveda-Behandlungen ohne jegliche Beratung an. Ayurveda-Behandlungen sind stets intensive Einwirkungen auf das vegetative Nervensystem und können durchaus auch unerwünschte Nebenwirkungen haben. Das gilt besonders für den Stirnguss (Shirodhara). Längst nicht jeder fühlt sich danach total entspannt. Manche reagieren mit hämmernden Kopfschmerzen, andere sind verwirrt oder empfinden eine tiefe Traurigkeit.

So erkennen Sie seriöse Angebote

> Der Therapeut/Arzt hat eine fundierte und umfassende Ayurveda-Ausbildung und legt diese auch offen.
> Vor jeder Behandlung erfolgt eine gründliche Diagnose.
> Es werden nur Öle mit individuell abgestimmten Kräutern verwendet.
> Es werden keine medizinischen Effekte nach einzelnen Anwendungen versprochen, die über eine Entspannung oder kurzzeitige Linderung von Beschwerden hinausgehen. > Es werden neben der ayurvedischen Behandlung keine weiteren Überzeugungen wie bestimmte Meditationsformen verkauft.

Empfehlenswerte Adressen

Habichtswald-Klinik Ayurveda Wigandstr.1, 34131 Kassel, Tel.: 0561/31 08 99, Fax: 0561/310 88 83, info@ayurveda-klinik.de, www.ayurveda-klinik.de
Zwei deutsche Ärzte mit Zusatzausbildung in Ayurveda. Eigenständige Abteilung im Privatkrankenhaus. Zwei Wochen Panchakarma, kosten 3000 Euro.
Ayurveda Garden Bad Rappenau Saline 3, 74906 Bad Rappenau, Tel.: 07264/89 05 95, Fax: 07264/89 05 75, kontakt@ayurveda-garden.com, www.ayurveda-garden.com
Zwei indische Ayurveda-Ärzte aus Kerala, 15 Zimmer. Zwei Wochen Panchakarmakur: 2400 Euro Kerala

Literatur

Monika Kirschner, Bärbel Schwertfeger: Der Ayurveda-Boom. Insidertipps und Hintergrundinformationen. Vgs Verlagsgesellschaft, Köln, 2004, 144 Seiten, 14,90 Euro.
Vasant Lad: Das große Ayurveda-Heilbuch. Windpferd Verlagsgesellschaft, Aitrang, 2004, 160 Seiten, 12,90 Euro.

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