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Tödliche Partydroge: Drogenbeauftragte warnt vor neuen Ecstasy-Pillen

Ihre verzögerte Wirkung macht sie so gefährlich: Neue Ecstasy-Tabletten kursieren in der Partyszene. EU-weit sollen sie schon 73 Todesfälle verursacht haben, warnt die Bundesdrogenbeauftragte Mechthild Dyckmans. Das tükische: Die Pillen seien äußerlich nicht von den bislang üblichen zu unterscheiden.

Das Gesundheitsministerium warnt vor neuen gefährlichen Ecstasy-Tabletten in Deutschland. Der Konsum dieser illegalen Droge gehe seit 2000 zwar bundesweit zurück, die besondere Gefahr der neuen Ecstasy-Tabletten liege jedoch in ihrer verzögerten Wirkung, sagte die Drogenbeauftragte Mechthild Dyckmans (FDP) am Donnerstag in Berlin bei der Vorstellung des Jahresberichts der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht.

In der Bundesrepublik seien 2009 zwei Todesfälle im Zusammenhang mit diesen neuen Drogen gemeldet worden, teilte Dyckmanns mit. Während bei den bisher bekannten Pillen nach 30 Minuten die gewünschte Wirkung einsetze, trete diese bei den neuen Präparaten erst nach rund einer Stunde ein. "Wenn wegen der vermeintlich ausbleibenden Wirkung erneut eine Tablette eingenommen wird, kann dies zu Herzrhythmusstörungen, krampfartigen Anfällen, Atemlähmung und einem komatösen Zustand bis zu einem tödlichen Multiorganversagen führen."

Die neuen Ecstasy-Tabletten beinhalteten die Wirkstoffe Methoxyamphetamin (PMA) und Para-Methoxymethylamphetamin (PMMA) und seien äußerlich von anderen in der Szene gehandelten psychoaktiven Tabletten (MDMA) nicht zu unterscheiden, erklärte Dyckmans. Nach Angaben der Europäischen Beobachtungsstelle EBDD überschwemmen diese psychoaktiven Drogen den Markt. 2009 seien 24 neue Substanzen registriert worden, in diesem Jahr seien es bereits 33.

Als besonders gefährlich gilt das sogenannte Mephedron. In der EU wurden schon 73 Todesfälle im Zusammenhang mit dieser Droge gemeldet. Laut Dyckmans konsumierten 2009 in Deutschland 0,8 Prozent der 18- bis 39-Jährigen innerhalb eines Jahres Ecstasy, 2003 waren dies noch 1,4 Prozent.

mad/DPA / DPA

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