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Triage Urteil in den USA: Ärzte dürfen Covid-Patienten nicht vom Beatmungsgerät nehmen

Covid-19-Patient am Beatmungsgerät
Covid-19-Patient am Beatmungsgerät
© Jon Cherry/Getty Images / AFP
Ärzte im US-Bundesstaat Minnesota wollten die lebenserhaltenden Maßnahmen für einen Covid-19-Patienten einstellen, weil sein Zustand sich nicht verbesserte. Eine Richterin hat das auf Antrag der Ehefrau aber verhindert.

Anfang November wurde Scott Quiner mit einer Covid-19-Erkrankung ins Mercy Hospital in Coon Rapids, Minnesota, eingeliefert. Der 55 Jahre alte US-Amerikaner war nicht geimpft, entwickelte nach seiner Corona-Infektion einen schweren Verlauf, kam auf die Intensivstation und musste an ein Beatmungsgerät angeschlossen werden. Sein gesundheitlicher Zustand verbesserte sich allerdings nicht – im Gegenteil: Die Ärzt:innen sahen keine Heilungschancen mehr und wollten die Behandlung beenden.

Das aber hat eine Richterin in Minnesota verhindert. Er gab einem Antrag der Ehefrau des Patienten statt und untersagte den Mediziner:innen, Quiner vom Beatmungsgerät zu trennen, berichtet die Tageszeitung "Star Tribune". Quiner hatte seiner Ehefrau eine Vorsorgevollmacht ausgestellt. Vor Gericht hatte die Frau angegeben, dass sie dem Vorhaben der Ärzt:innen "vehement widersprochen" habe und die lebenserhaltenden Maßnahmen für ihren Mann fortführen wolle.

Covid-19-Patient wird in Texas weiterbehandelt

Scott Quiner wurde nun in ein Krankenhaus im US-Bundesstaat Texas ausgeflogen. Dort wird er weiterhin intensivmedizinisch versorgt. "Der Arzt hat gesagt, dass Scott der unterernährteste Patient sei, den er je gesehen hat", teilte die Anwältin der Familie mit. In dem Krankenhaus in Minnesota sei Quiner nicht optimal behandelt worden. Tests hätten ergeben, dass alle Organe bis auf die Lunge funktionsfähig seien. Nach Angaben der Anwältin mache er "kleine Schritte in die richtige Richtung". Am 11. Februar soll es eine weitere Anhörung geben, bei der über das Schicksal des Mannes aus Buffalo entschieden wird. Auf Crowdfunding-Plattformen im Internet hat Quiners Familie zehntausende Euro an Spenden für die medizinische Versorgung gesammelt.

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Die Gesundheitsorganisation Allina Health, die das Krankenhaus in Coon Rapids betreibt, wies Kritik an der Behandlung des Patienten im Mercy Hospital zurück. Man freue sich, dass die Familie eine Einrichtung gefunden habe, die den Bedürfnissen des Mannes entspreche, hieß es in einer Mitteilung: "Wir wünschen Ihnen weiterhin alles Gute."

Quellen: "Star Tribune" / Fox 9

epp

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