Vogelgrippe Auch Istanbul ist infiziert


Nach Ankara greift das tödliche Vogelgrippe-Virus H5N1 nun auch nach der türkischen Metropole Istanbul im Westen des Landes. Dort werden 21 Menschen im Krankenhaus behandelt.

In der Türkei sind weitere Menschen an der Vogelgrippe erkrankt. Zusätzlich zu den bekannten Fällen seien landesweit fünf weitere Menschen nachweislich mit dem gefährlichen H5N1-Virus infiziert, teilten die Behörden am Montag mit.

In Istanbul werden einem Zeitungsbericht vom Montag zufolge 21 Menschen mit dem Verdacht auf Vogelgrippe im Krankenhaus behandelt. Testergebnisse sollten den Gesundheitsbehörden noch am Montag Aufschluss darüber liefern, ob es sich tatsächlich um die gefährliche Krankheit handelt, hieß es weiter. Der stellvertretende Gesundheitsdirektor der Provinz Istanbul sagte, in Kucukcekmece, einem westlichen Außenbezirk der Zehn-Millionen-Stadt Istanbul, sei das Vogelgrippe-Virus in ersten Tests bei zwei toten Hühnern nachgewiesen worden. Eine dritte Untersuchung sei noch nicht abgeschlossen.

Für die Mitarbeiter des Ministeriums wurde eine Urlaubssperre verhängt. Fälle von Vogelgrippe seien Laborergebnissen zufolge mittlerweile in 10 der 81 Provinzen des Landes nachgewiesen worden, darunter in Istanbul, Bursa und Ankara. Insgesamt handele es sich um 15 Infektionsherde.

Kleine Jungen spielten mit Schutzhandschuhen

Am Sonntag wurde das lebensgefährliche Virus erstmals bei drei Menschen aus der Region der Hauptstadt Ankara nachgewiesen, teilten die Gesundheitsbehörden des Landes mit. Darunter sind zwei kleine Jungen, die mit achtlos weggeworfenen Schutzhandschuhen gespielt haben sollen.

Von 28 neuen Proben auf H5N1 seien 5 positiv ausgefallen, teilte die Gesundheitsbehörde in Ankara mit. Die beiden anderen Patienten, die sich mit dem Erreger infiziert hätten, stammten aus Dogubeyazit im Osten der Türkei, wo es in der vergangenen Woche die ersten drei Todesopfer gegeben hatte.

Mindestens 30 Menschen sind erkrankt

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom Sonntag werden derzeit in der Türkei mindestens 30 Patienten behandelt, die vermutlich mit dem aggressiven Krankheitserreger infiziert sind. Drei Geschwister waren in den vergangenen Tagen in der Uni-Klinik der osttürkischen Stadt Van gestorben, zwei von ihnen nachweislich nach einer Ansteckung mit dem H5N1-Virus.

Seit dem ersten Auftreten der Vogelgrippe im Osten der Türkei Mitte Dezember 2005 wurden jetzt auch im Nordwesten des Landes Fälle der Tierseuche bei Hühnern nachgewiesen.

Gesundheitsexperten mehrerer Länder und Vertreter asiatischer Staaten werden sich in der kommenden Woche in Japan zu einem Austausch über die aktuellen Schutzvorkehrungen in der Region treffen. Bei dem Treffen in Tokio am Donnerstag und Freitag solle erläutert werden, welche weitergehenden Maßnahmen notwendig sind, um eine massenhafte Ausbreitung des tödlichen Virus zu verhindern.

DPA DPA

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