Fast 20 Jahre nach dem Kinoerfolg mit "Der Teufel trägt Prada" kehren Meryl Streep (76), Anne Hathaway (43), Emily Blunt (43) und Stanley Tucci (65) in ihre legendären Rollen zurück - und mit ihnen Figuren, die längst Popkulturgeschichte geschrieben haben. Bei einer Online-Pressekonferenz erfuhr die Nachrichtenagentur spot on news nun von den vier Schauspielern: Ganz die Alten sind weder die Charaktere noch ihre Darsteller geblieben.
Im Originalfilm von 2006 steht die junge Journalistin Andy Sachs (Hathaway) am Anfang ihrer Karriere und landet eher zufällig beim einflussreichen Modemagazin "Runway". Dort wird sie zur Assistentin der gefürchteten Chefredakteurin Miranda Priestly (Streep), deren kühle Autorität und gnadenloser Perfektionismus ebenso gefürchtet wie bewundert werden. Unterstützt - oder besser: zusätzlich unter Druck gesetzt - wird sie von Emily Charlton (Blunt), Mirandas ebenso ehrgeiziger wie bissiger Senior-Assistentin. Komplettiert wird das Ensemble durch Nigel (Tucci), den kreativen Mode-Experten des Magazins, der Andy als einer der wenigen wohlgesonnen ist.
Emily Blunt über Emily Charlton: "Sie hat überlebt"
In der Fortsetzung setzen genau diese Dynamiken wieder an - nur unter völlig veränderten Vorzeichen. Emily Charlton etwa, die im ersten Film vor allem darum kämpfte, Mirandas Ansprüchen gerecht zu werden, scheint sich nun selbst nach oben gearbeitet zu haben. "Sie hat überlebt", sagt Emily Blunt.
"Man könnte sagen, sie hat sich weiterentwickelt", erklärt Blunt und deutet an: "Auf einer menschlichen Ebene wurde sie vielleicht eher zurückgeworfen. Sie ist jetzt in einer Machtposition, die sie sehr genießt und gern über alle ausspielt." Gleichzeitig bleibe ein vertrautes Bedürfnis bestehen: "Ich glaube, tief in ihrem Inneren will sie immer noch als ikonisch wahrgenommen werden - vor allem von Miranda."
Andy Sachs ist selbstbewusster geworden
Während Emily Charlton heute selbst Macht ausübt, steht Andy Sachs vor ganz anderen Fragen. "Ich finde es toll, dass Andy dieses Mal selbstbewusst ist. Im ersten Film ist sie ja wie ein Fisch auf dem Trockenen", sagt Anne Hathaway. Ihre Figur habe sich längst etabliert: "Sie hat sich diesem Leben verschrieben und es durchgezogen - und das richtig gut. Sie gewinnt Preise."
Doch genau dieser Erfolg führt zu neuen Konflikten: "Jetzt ist sie an einem Punkt, an dem sie sich fragt: Will ich Geschichten schreiben - oder will ich diejenige sein, die Denken prägt? Will ich mehr Macht?" Besonders spannend sei dabei der innere Widerspruch: "Kompromittiere ich mich, wenn ich an einen Ort zurückgehe, von dem ich weiß, dass er nicht ganz das ist, was ich will?"
Für Hathaway liegt darin die zentrale Frage der Fortsetzung: "Sind Erwachsenwerden und Kompromisse eigentlich dasselbe?"
Miranda bleibt Miranda - zumindest im Kern
Miranda Priestly wiederum wird mit einer völlig neuen Situation konfrontiert. "Diese Miranda, die über ihre Macht definiert ist, muss plötzlich in einer Welt navigieren, in der sie Gefahr läuft, die Kontrolle zu verlieren", erklärt Meryl Streep.
Gleichzeitig bleibt ein entscheidender Kern der Figur erhalten: "Man hat im ersten Film gesehen, dass sie ihre Arbeit wirklich liebt. Es geht ihr nicht nur darum, die Kontrolle zu haben, sondern darum, worüber sie Kontrolle hat." Miranda verstehe sich als "Kuratorin von Kultur", die "das Beste menschlicher Leistungen feiert und fördert."
Doch dieses System gerät ins Wanken: "Wenn sie merkt, dass alles in Gefahr ist, muss sie plötzlich Kompromisse eingehen." Ein schwieriger Schritt - "das ist ein Wort, das ihr nicht leichtfällt." Dabei erkenne sie auch, "wie sehr sie auf die Menschen angewiesen ist, die sie unterstützt haben."
Für Nigel hat sich dagegen weniger verändert - zumindest auf den ersten Blick. "Ich glaube, Nigel ist in vielerlei Hinsicht immer noch derselbe", sagt Stanley Tucci. "Vielleicht ein bisschen weltmüder geworden." Seine Haltung aber bleibt: "Seine Hingabe zu ihr, zum Magazin und zur Mode insgesamt - und seine Integrität in dem, was er tut - sind nach wie vor völlig intakt." Nur eines habe sich geändert: "Er muss sich jetzt anders durch diese Welt bewegen."
Dass die Fortsetzung erst jetzt kommt, ist laut Tucci kein Zufall: "Die Welt ist heute eine ganz andere." Vor allem soziale Medien, Künstliche Intelligenz und politische Entwicklungen hätten sowohl den Journalismus als auch die Modebranche stark verändert.
Neue Gesichter, neue Energie
Neben den bekannten Figuren bringt die Fortsetzung dank neuer Co-Stars auch neue Dynamiken ins Spiel. Besonders Justin Theroux sorgt laut Emily Blunt für Aufsehen: "Er hat einfach alles reingeworfen. Wirklich alles." Seine One-Liner seien "himmlisch" gewesen - auch wenn das nicht immer einfach war: "Ich bin erstaunt, dass sie überhaupt genug Takes zum Schneiden hatten, weil ich irgendwann nicht mehr konnte."
Ganz anders wirkt Simone Ashley auf ihre Kolleginnen: "Sie strengt sich gar nicht an - sie besitzt die Leinwand einfach", sagt Meryl Streep. Anne Hathaway ergänzt begeistert: "Oh, sie ist geschwebt." Sie sei "wie ein reinrassiges Rennpferd - einfach perfekt", beschreibt Emily Blunt.
In Deutschland startet "Der Teufel trägt Prada 2" am 30. April in den Kinos.