Madison Beer (27) wurde im Jahr 2012 mit der Hilfe von Justin Bieber (32) bekannt, der ein YouTube-Cover von ihr auf X (damals Twitter) teilte. Über die Jahre hinweg hat sie sich zur erfolgreichen Popkünstlerin entwickelt und wurde zweimal für einen Grammy nominiert. Im Januar veröffentlichte sie mit "Locket" ihr drittes Studioalbum - ein Werk, das persönlicher ist als seine Vorgänger und unter anderem ihre ehemaligen Beziehungen thematisiert.
Im Rahmen der "Locket Tour" tritt Beer in Deutschland auf, der Auftakt findet im Mai in München statt. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur spot on news spricht sie über ihr neues Album, den Balanceakt zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre und die Lektionen aus einem Leben im Rampenlicht.
Sie haben, nachdem Sie die "Spinnin Tour" beendet haben, mit Ihrem dritten Album "Locket" begonnen. Wie haben Sie nach einer intensiven Zeit wieder in den kreativen Prozess zurückgefunden?
Madison Beer: Die Reaktionen der Fans während der Tour waren eine wichtige Inspirationsquelle für das neue Album. Vor allem die Energie im Publikum und die Resonanz auf einzelne Songs halfen bei der kreativen Ausrichtung von "Locket".
Wie hat sich der kreative Prozess für "Locket" von dem Ihrer vorherigen Alben unterschieden?
Madison Beer: Ich denke, Ich habe für dieses Album vieles anders gemacht. Gleichzeitig war ich inspiriert, etwas zu machen, das auch mir selbst dient. Ich bin nicht mit dem Anspruch rangegangen, Erwartungen zu erfüllen oder bestimmten Vorstellungen gerecht zu werden. Stattdessen wollte ich etwas schaffen, das ich liebe und auf das ich stolz bin. Ich habe dabei konsequent auf mich selbst gehört und mich kaum von äußeren Einflüssen leiten lassen. Genau das hat den Prozess für mich besonders angenehm und erfüllend gemacht.
Sie haben Ihre Privatsphäre stets stark geschützt, doch "Locket" offenbart eine verletzlichere Seite von Ihnen, insbesondere in Songs wie "Angel Wings" und "Bittersweet". Wann haben Sie sich dazu bereit gefühlt, erstmals offen über vergangene Beziehungen und andere persönliche Erfahrungen zu sprechen?
Beer: Ich habe mit meiner Musik immer versucht, ehrlich zu sein - das fällt mir dort am leichtesten. Gleichzeitig ist mir Privatsphäre im Alltag sehr wichtig. In der Musik kann ich vieles fühlen und ausdrücken, aber es bleibt ein Balanceakt: Ich überlege genau, was ich preisgebe und wie weit ich gehe. Es ist manchmal schwierig, weil Leute wissen wollen, um wen es in meinen Songs geht. Darauf antworte ich nicht. Für mich gehört es dazu, diese Grenze zu ziehen. Ich habe mit der Zeit gelernt, damit umzugehen und finde, dass ich eine gute Balance gefunden habe. Meine Fans respektieren das und wissen, wie wichtig mir meine Privatsphäre ist.
Im Song "Bad Enough" geht es darum, in einer Beziehung zu bleiben, die einen nicht glücklich macht. Warum glauben Sie, dass es für so viele Menschen schwer ist, allein zu sein?
Beer: Ich denke, das kommt stark auf die Person an. Viele Menschen haben Angst vor Verlust oder sind der Meinung, sie könnten alleine nicht funktionieren. Alleinsein kann sich deshalb schwer anfühlen. Die Liebe begeistert mich und ich bin ein sehr hoffnungsvoller, romantischer Mensch - ich glaube oft daran, dass Dinge besser werden können. Gleichzeitig habe ich aus früheren Erfahrungen meine Lektionen gelernt. Heute versuche ich mir bewusst zu machen, dass es mir auch allein gut gehen kann. Dass ich unabhängig von einer Beziehung okay bin. Das ist wichtig. Man muss wissen, was man selbst mitbringt und wer man ist. Am Ende glaube ich, sind wir Menschen darauf ausgelegt, Nähe zu suchen und mit anderen zusammen zu sein, deshalb kann Alleinsein so herausfordernd sein.
Sie stehen seit Ihrem 13. Lebensjahr in der Öffentlichkeit. Was ist die wichtigste Lektion, die Sie gelernt haben und jüngeren Stars mitgeben würden?
Beer: Ich nahm früher vieles persönlich und hatte oft das Gefühl, abgelehnt zu werden. Rückblickend würde ich allen raten, die Dinge weniger auf sich selbst zu beziehen. Das erleichtert das Leben.