Die Foo Fighters machen auf ihrem zwölften Studioalbum "Your Favorite Toy" im Grunde genau das, was man von ihnen erwartet: ehrliche Rockmusik.
Der emotional aufgeladene Vorgänger "But Here We Are" stand ganz im Zeichen des Verlustes von Taylor Hawkins. Das neueste Werk ist ein bewusster Schritt zurück in die Bewegung: weniger Rückschau, mehr Vorwärtsdrang. Die Songs sind kurz, direkt, oft laut und auffällig uptempo. Schon der Opener "Caught in the Echo" setzt mit drängendem Gitarrensound und roher Energie den Ton, den das Album über weite Strecken beibehält. Auch Stücke wie "Spit Shine" oder "If You Only Knew" treiben kompromisslos nach vorne und erinnern daran, wie gut die Foo Fighters darin sind, eingängigen Alternative Rock mit Druck zu spielen, ohne sich in Komplexität zu verlieren.
Obwohl die Band nach dem Tod ihres Schlagzeugers angekündigt hatte, nicht mehr dieselbe zu sein, hätten viele der neuen Songs auch auf früheren Alben stehen können: eine Mischung aus rauer Punk-Attitüde und hymnischem Rock-Handwerk.
Inhaltlich verschiebt sich der Fokus stärker nach innen. Dave Grohl ringt hörbar mit sich selbst: Schuldgefühle, Selbstzweifel, das Gefühl, ständig weitermachen zu müssen. Dem "Guardian" hatte er in einem Interview erklärt, "sechs Tage die Woche über 70 Wochen - mehr als 430 Sitzungen" Therapie gemacht zu haben, nachdem ein außerehelicher Seitensprung öffentlich geworden war. Vielleicht geben sich viele Songs deshalb nun erstaunlich offen und kratzen an dem Bild des unerschütterlichen Rock-Frontmanns. So geht es in "Of All People" um die Begegnung mit einem früheren Drogendealer und die Frage, warum manche weiterleben, während andere längst tot sind. In "Child Actor" benutzt Grohl das Bild eines Kinderstars als Metapher für sich selbst: jemand, der funktioniert, performt, Erwartungen erfüllt - aber sich innerlich unecht oder beschädigt fühlt.
Akustischer Schutzmechanismus
Diese Momente gehören zu den interessantesten der Platte, auch wenn vieles in der Schwebe bleibt, fast so, als wolle Grohl die Antworten gar nicht endgültig formulieren. Gleichzeitig hält die Musik diese inneren Konflikte oft auf Distanz. Die großen Refrains, die eingängigen Strukturen, die Verlässlichkeit im Sound - stellenweise wirkt das wie ein akustischer Schutzmechanismus.
Mit zehn Songs und relativ kurzer Laufzeit kommt "Your Favorite Toy" schnell auf den Punkt und vermeidet die Längen mancher früherer Veröffentlichungen. Es ist kein radikaler Neuanfang und vermutlich auch kein zukünftiger Meilenstein im Katalog der Band. Aber es ist ein konzentriertes, selbstbewusstes Album, das zeigt, wie stabil das Fundament der Foo Fighters weiterhin ist.