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Frank Schätzing: Außer Kontrolle

Eine geheimnisvolle Lebensform erklärt der Menschheit den Krieg und hebt die Welt aus den Angeln. Frank Schätzing hat daraus den Thriller des Frühjahrs gemacht.

Wir hatten für alles eine Lösung. Hatten Atomwaffen entwickelt, Astronauten auf den Mond geschossen, Tiere geklont. Und jetzt kommt diese undefinierbare Lebensform aus der Tiefe des Meeres an die Oberfläche und trifft uns an der empfindlichsten Stelle: unserem Selbstbewusstsein. Langsam (und dann immer schneller) entgleitet uns die Kontrolle. Anfangs versenkt das Ding aus dem Meer nur Schiffe. Ein paar Menschen sterben. Dann radiert es Trondheim aus. Hundertfünfzigtausend Tote. Überflutet halb Nordeuropa, bringt Unheil über New York. Die Menschen sterben zu Millionen. Ein Albtraum? Viel schlimmer. Der Anfang vom Ende der Welt.

Der Weltuntergang begann in Köln - und im Kopf von Frank Schätzing: Mitte der neunziger Jahre lag der Mitinhaber einer Werbeagentur in seinem Bett und träumte von einem riesigen Schwarm unheimlicher Fische mit gefährlich scharfen Zähnen. Schätzing wachte einigermaßen benommen auf, rieb sich die Augen, griff zu Papier und Bleistift und notierte einen Gedanken: "Fische rotten sich zusammen und bedrohen die Menschheit." Aus der Idee machte Schätzing einen rund tausend Seiten starken Roman: "Der Schwarm" - den Thriller des Frühjahrs.

Das faktenstrotzende Science-Fiction-Monstrum ist das dickste Buch, das der Verlag Kiepenheuer & Witsch jemals veröffentlich hat. Ein fesselnder Thriller um eine entfesselte Natur, der sich liest, als habe ihn ein Hollywood-Studio in Auftrag gegeben - als Drehbuch für den nächsten Blockbuster à la "Independence Day". Was hat der brave Mann aus Köln nur gemacht, dass sich bald ein Regisseur wie James Cameron für ihn interessieren könnte? Frank Schätzing, 46, zuckt mit den Schultern und lächelt. Er sitzt in seiner 130-Quadratmeter-Dachgeschosswohnung und freut sich des Lebens. "Der Schwarm" ist schon jetzt ein Bestseller, die Taschenbuchrechte sind längst für viel Geld verkauft. Kritiker vergleichen seinen Stil mit dem von Michael Crichton ("Jurassic Park"). "Das schmeichelt mir", sagt er, "das ist fantastisch. Aber eigentlich will ich lieber Frank Schätzing sein."

Er arbeitet hart daran. Gerade produziert er das Hörbuch zum Roman: zehn CDs, zum Teil gesprochen von Schätzing. Die Musik für das Hörbuch: komponiert von Schätzing. Marketing von Buch und CDs: Schätzing. Titelentwurf: Schätzing. Internetauftritt: Schätzing. Er hat seine Welt im Griff. Das liebt er. Kontrolle. Einflussnahme. Freiraum für die eigenen Ideen. Und niemanden, der ihm reinredet.

Genau so schreibt er auch seine Bücher. Der Mittelalter-Krimi "Tod und Teufel" (1995) und der Thriller "Lautlos" (2000) deuteten schon seine Stärken an: Sinn fürs Detail, Überblick und eine extrem aufwendige Recherche. Vier Jahre lang forschte Schätzing für "Der Schwarm" und sprach mit Meeresbiologen, Tiefseeexperten oder Gentechnikern, die zum Teil auch als Figuren im Roman auftauchen. Er traf mit Hans-Jürgen Wischnewski sogar den Mann, der 1977 mit den Entführern der Lufthansa-Maschine "Landshut" in Mogadischu verhandelt hatte. "Ben Wisch" erklärte dem Autor die Organisation von Krisenstäben.

Sein gesammeltes Wissen legte Schätzing in weißen Aktenordnern ab, penibel geordnet nach Themen, Stichwörtern, Buchstaben. "Ich wollte einfach eine plausible Geschichte erzählen und meine Hausaufgaben gemacht haben", sagt er. Die hat er erledigt, zweifellos, auch wenn das Buch stellenweise einem Volkshochschulkurs "Tiefseeforschung" gleicht. Neunzig Prozent seines Romans seien in der Realität vorstellbar, sagt Schätzing. Das macht ihn stolz und lässt ihn diese elendige Arbeit, das Schreiben, fast vergessen.

Anderthalb Jahre lang am Schreibtisch - nicht mal seine Frau wusste, was er da machte. "Am Ende wusste ich nicht, ob ich was Gutes oder Schrott geschrieben hatte. Ich hatte achtzehn Monate lang im eigenen Saft geschmort. Aber nur so kann ich arbeiten." Sein Buch mit anderen diskutieren, bevor es vollendet ist? "Unvorstellbar! Wenn ich etwas aus der Hand gebe, muss es gut sein. Ich bin ein Kontrollfreak." Kontrolle ist Schätzings großes Thema. Seit Jahren steigt er in kein Flugzeug mehr. Hat Angst, Verantwortung ans Cockpit abzugeben. Hat Angst vor der Höhe. Vor dem Fallen. Aber nicht vor der Tiefe - die fasziniert ihn, seit er Ende der Achtziger seinen Tauchschein machte.

"Der Schwarm" ist die minutiös erzählte Geschichte eines kollektiven Kontrollverlustes. Den Menschen gerät die Welt aus den Fugen: Wale greifen Schiffe an, seltsame Würmer nagen am Meeresboden und lassen das Nordseeschelf abrutschen. Gigantische Flutwellen zerstören Nordeuropa, während Amerika von Millionen giftiger Krabben heimgesucht wird. Wissenschaftler aller Fachrichtungen versuchen sich an der Enträtselung jener unheimlichen Ereignisse, die den Fortbestand der Menschheit gefährden. Auslöser allen Übels ist offenbar eine Art formloser Glibber, ein schleimiges Gebilde aus unzähligen Einzellern, das die Meeresbewohner für seine Zwecke benutzt.

"In der Tiefe hat sich parallel zur Menschheit eine zweite intelligente Rasse entwickelt, die Anspruch auf die Welt geltend macht", erklärt Schätzing seine Idee, "wir müssen uns plötzlich unser Spielzeug - die Welt - mit einem anderen Kind teilen. Man stelle sich vor, was das für ein Irrsinns-Schlag für unser Selbstbewusstsein wäre." Und so lässt er im Roman seine Gelehrten erkennen: All die Geheimnisse des Lebens, die sie irgendwo im Weltall suchten, liegen tief unter ihnen - im Wasser.

Er habe keinen Betroffenheitsroman für Öko-Aktivisten schreiben wollen, sagt Schätzing. "Ich glaube nicht an Gott, und ich erhebe keinen mahnenden Zeigefinger. Ich wünsche mir nur mehr Toleranz und Offenheit gegenüber dem Fremden." Und dann spricht er wieder vom Tauchen, dem Wasser, den Fischen und davon, dass erst ein Bruchteil des Meeresbodens erforscht sei. "Für das Buch habe ich unseren Planeten von Grund auf neu erlernen müssen. Und je mehr ich wusste, desto demütiger wurde ich."

Tobias Schmitz

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(