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Zum 180. Geburtstag: Google Doodle für Wilhelm Busch

Seine Zunge war spitz, seine Feder scharf: Wilhelm Busch beobachtete Deutschland im 19. Jahrhundert mit den Augen des Zynikers. Seine Geschichten kennt jedes Kind. Eine Hommage.

Von Katrin "Max" Verschaffel und Oliver "Moritz" Noffke

Wer erinnert sich nicht gerne,
An seine Kindheit in der Ferne.
Da las die Mutter häufig vor,
Beim Vater ging’s ums Fußballtor.

In den Geschichten klauten Jungen Hühner,
Es glaubten Mädchen, keine wär’ schöner.
Da mahlte der Müller Kinder zu Korn.
Spitz war die Feder, der Text voller Zorn.

Klein Wilhelm Busch konnte nicht viel lachen,
Denn Protestanten ließen’s selten krachen.
Henriette die Mama,
Friedrich Wilhelm der Papa.

Als erstes Kind von sieben,
Wurde Müßiggang vermieden.
Ein ängstliches Kind in Wiedensahl,
Das Leben war statt froh recht schal.

Sah er beim Schlachter Messer blitzen,
Die Schweine um ihr Leben schwitzen,
War für sein eigenes klar, dass Wurst und Schinken,
Nur für Fette sind, die zu viel trinken.

Ob Onkel Georg Unsinn lehrte,
Weiß man nicht, doch er erklärte
Rechnen, Lesen und auch Zeichnen.
Vielleicht stellte er hier Weichen?

Vier Jahre Frust Maschinenbau,
Hannovers Himmel ihm zu grau.
Kunst sollte es stattdessen sein,
Auch dies bracht kein Diplom ihm ein.

Wilhelm war schnell begeistert, wenn er sah
Der Meister Pinselstriche zart und klar.
Griff er dann selbst zur Staffelei
Wurd’s im Kopf dunkel - Zweifelei.

"Leicht kommt man an das Bildermalen,
Doch schwer an Leute, die’s bezahlen"
Sagte der Busch selbst von sich,
Und schuf Bildgeschichten im Gedicht.

180 Kerzen zählt sein Ehrentag,
Es gratuliert jeder, der ihn mag.
War er auch mürrisch, zynisch, frech,
Millionen lachten ihre Sorgen wech.