Am Sonntagabend werden in Los Angeles zum 98. Mal die Academy Awards verliehen. Schauplatz der Zeremonie bleibt wie im Vorjahr das Dolby Theatre, auch Moderator Conan O'Brien ist erneut im Einsatz. Bei der Oscarverleihung 2026 gibt es dennoch einige Neuerungen.
Ein Oscar für das Casting
Erstmals würdigt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences eines der ältesten Tätigkeitsfelder der Filmproduktion Hollywoods: das Casting, also die Auswahl der Schauspielerinnen und Schauspieler, die das Ensemble eines jeweiligen Films bilden. Dabei handelt es sich um die erste neue Oscar-Kategorie seit der Einführung des Oscars für den besten Animationsfilm im Jahr 2001.
Nominiert sind im Premierenjahr der Oscar-Kategorie Cassandra Kulukundis für "One Battle After Another", Francine Maisler für "Blood & Sinners", Jennifer Venditti für "Marty Supreme", Nina Gold für "Hamnet" und Gabriel Domingues für den brasilianischen Beitrag "The Secret Agent".
Abzuwarten bleibt, welche Casting-Leistungen die Mitglieder der Academy of Motion Picture Arts and Sciences am Ende besonders würdigen werden. Denkbar ist, dass Entdeckungen wie Newcomerin Chase Infiniti (25) in "One Battle After Another" gute Chancen haben. Ebenso möglich ist aber, dass die Academy große, prominent besetzte Ensembles bevorzugt - was ebenfalls für "One Battle After Another" sprechen würde.
Einsatz von KI nicht verboten
Im Vorfeld der letztjährigen Oscarverleihung geriet "Der Brutalist" in die Kritik. Grund war die Enthüllung, dass die ungarischen Dialoge von Adrien Brody (52) und Felicity Jones (42) mithilfe eines KI-Tools verbessert worden waren. Da Brody später den Oscar als bester Hauptdarsteller gewann, hatte Künstliche Intelligenz damit letztlich schon Anteil an einer ausgezeichneten Performance.
Im vergangenen Jahr gab es für solche Fälle noch keine Regelungen. Jetzt hat die Oscar-Academy festgelegt, dass Künstliche Intelligenz und andere digitale Tools "die Chancen auf eine Nominierung weder fördern noch beeinträchtigen". Weiter heißt es: "Die Akademie und jede ihrer Sektionen werden die Leistung beurteilen und dabei berücksichtigen, inwieweit ein Mensch im Mittelpunkt der kreativen Urheberschaft stand, wenn sie entscheiden, welcher Film ausgezeichnet wird."
Im Gespräch war laut der "New York Times" auch, dass Filmemacherinnen und Filmemacher offenlegen müssen, in welchem Umfang KI bei der Produktion eines Werks zum Einsatz gekommen ist. So weit ging die Academy of Motion Picture Arts and Sciences letztlich jedoch nicht.
Diese Performances sind angekündigt
Auch musikalisch müssen sich die Zuschauerinnen und Zuschauer der 98. Oscarverleihung auf Veränderungen einstellen. Während 2025 noch die "Wicked"-Stars Cynthia Erivo (39) und Ariana Grande (32) die Zeremonie eröffneten und unter anderem LISA (28) von Blackpink sowie Doja Cat (30) James Bond mit einem Medley ehrten, werden diesmal zwei der fünf nominierten Songs in der Kategorie "Bester Song" live performt.
Vorgetragen werden "Golden" aus dem Animationshit "KPop Demon Hunters" sowie "I Lied to You" aus "Blood & Sinners". Heftige Kritik an dieser Auswahl gab es von Musikerin Diane Warren (69), deren Song "Dear Me" ebenfalls nominiert ist. "Es ist unfair mir und meinen Mitnominierten gegenüber, weil Sie einfach drei Songs ausgeschlossen und zwei ausgewählt haben", sagte sie dem Branchenblatt "Deadline". "Ich sehe das so: Nehmen Sie alle Songs auf. Entweder alle oder keiner, so sollte es sein."
Auf die Oscar-Entscheidung wird das allerdings keinen Einfluss haben. Denn der Abstimmungszeitraum für den Oscar für den besten Song endete - wie in allen übrigen Kategorien auch - bereits am 6. März.