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stern-DISKUTHEK: Abtreibung: Sollte sich der Staat raushalten? Abtreibungsgegnerin vs. Feministin

Welche Rechte haben Ungeborene? Ab wann ist ein Mensch “ein Mensch”? Darüber haben in der stern-DISKUTHEK die Feministin Teresa Bücker und Abtreibungsgegnerin Alexandra Maria Linder vom Bundesverband Lebensrecht gestritten.

Die Frage, ob man bei einem Schwangerschaftsabbruch einen Menschen oder nur einen “Haufen von Zellen” abtreibt, ist großes Thema der neuen DISKUTHEK-Folge – und er lässt sich in der Diskussion nicht abschließend klären. Zu weit auseinander sind die Ansichten der Gäste. Es geht aber auch um die Frage, welche Rolle der Staat bei Abtreibungen spielen sollte. Auf das DISKUTHEK-Statement zur Reform des “Abtreibungsparagraphen” 219a: “Ärzte in Deutschland sollten uneingeschränkt über Abtreibungen informierten dürfen”, zu dem sich die Gäste positionieren sollten, stimmten sowohl Bücker als auch Linder mit “Ja”.

Feministin Bücker trifft auf Abtreibungsgegnerin Linder

Allerdings stellt sich auch hier schnell heraus, dass Linder “Informieren” okay findet, sich aber klar gegen sogenannte “Werbung” für Abtreibungen ausspricht. Bücker kritisiert die Reform des 219a auch – aber aus einem anderen Grund: Ihr geht die Reform nicht weit genug. Sie habe “Rechtsunsicherheit” geschaffen. “Ärzte und Ärztinnen haben Angst auf der Abtreibungsliste der Bundesärztekammer zu stehen“, sagt die 35-jährige Feministin und spielt damit auf die Ärztin Kristina Hänel an, die verurteilt wurde, weil sie auf ihrer Webseite Schwangerschaftsabbruch als Dienstleistung aufführte.

DISKUTHEK zur Abtreibungsdebatte: Sollte der Paragraph 218 abgeschafft werden?  

Sollte der Paragraph 218, der im Strafgesetzbuch Schwangerschaftsabbrüche regelt, komplett abgeschafft werden? Dafür spricht sich in der DISKUTHEK Teresa Bücker aus: “Ich würde immer dafür eintreten, dass Frauen sich einen Lebensentwurf aussuchen, so, wie sie es wollen.” Sie wolle Frauen nicht auf die Rolle der Mutter festlegen. Das sei kein “modernes Gesellschaftsbild”. Abtreibungsgegnerin Linder spricht sich gegen eine Streichung des Paragraph 218 aus. “Die Selbstverwirklichung der Frau hat da ein Ende, wo es um einen zweiten Menschen geht”, so Linder. 

Nur in einem Punkt sind sich beide Frauen in der DISKUTHEK einig: Deutschland muss mütterfreundlicher werden. Es sei Aufgabe der Sozialpolitik, dafür zu sorgen, dass Kinderkriegen keine Benachteiligung mehr bedeute. Das könne langfristig Schwangerschaftsabbrüchen vorbeugen. 

Mehr Infos zur stern-DISKUTHEK finden Sie hier. 

hh