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Nach Enrique-Iglesias-Konzert: Sri Lankas Präsident verlangt Auspeitschen mit "Stachelrochen-Schwänzen"

Bei einem Konzert von Enrique Iglesias in Sri Lanka stürmten weibliche Fans die Bühne und küssten den Latinostar. Das aber gehört sich dort nicht, weshalb der Präsident des Landes drakonische Strafen für die Veranstalter fordert.

Der Name der Tournee hätte den Veranstaltern Warnung sein können: Unter dem Titel "Love and Sex" tourt Enrique Iglesias derzeit um die Welt - und verlangt dafür teilweise gesalzene Eintrittspreise: Umgerechnet bis zu 350 Euro etwa kosteten Tickets für den Auftritt in Colombo in Sri Lanka. Dort gastierte der 40-jährige Schmusebeau am 20. Dezember, und die weiblichen Fans gerieten dabei derart in Ekstase, dass sie ihn mit Unterwäsche bewarfen, die Bühne stürmten und den Sänger umarmten und küssten. So viel Tuchfühlung aber war nicht mit drin im Preis und für die eher konservativen Moralvorstellungen des Landes ohnehin wenig schicklich.

Küssen in Sri Lanka verboten

Das Verhalten war sogar so unschicklich, dass sich anschließend Sri Lankas Präsident Maithripala Sirisena zu Wort meldete und forderte, die Organisatoren "mit giftigen Stachelrochen-Schwänzen auszupeitschen". In der konservativen srilankischen Gesellschaft ist die öffentliche Zurschaustellung von Zuneigung selbst unter Eheleuten verpönt. Immer wieder nimmt die Polizei Paare wegen Küssens in der Öffentlichkeit fest. Im Mittelalter waren Schwerkriminelle in Sri Lanka mit Stachelrochen-Schwänzen ausgepeitscht worden. Umgangssprachlich wird die Formulierung heute noch als härteste Strafe für Vergehen benutzt.

Videomitschnitt: Frau küsst Enrique Iglesias


Nach der wütenden Reaktion des Staatschefs haben sich die beiden Veranstalter, die berühmten Cricketstars Mahela Jayawardene und Kumar Sangakkara entschuldigt. Die Sicherheit sei "auf alarmierende Weise gescheitert", sagten sie und baten auch bei den Fans für "negative Erfahrungen" um Verzeihung.