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Mendelssohn-Schwester Fanny Hensel – Deutschlands große Komponistin spielte gegen alle Widerstände an

Fanny Hensel auf einem Bild von 1888
Fanny Hensel auf einem Bild von 1888. Ihr Werk wird seit den 70er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts systematisch aufgearbeitet
© Mary Evans Picture Library / Picture Alliance
Würde Fanny Hensel heute leben, wäre sie wohl ein Superstar. Zu Lebzeiten hatte es die Komponistin schwer – ihr Werk wird aber heute Stück für Stück neu entdeckt.

Ihre Zeitgenossen wussten wohl vielfach nicht, welches Talent in Fanny Hensel steckte. Denn die begnadete Komponistin, die schon als Teenager Stücke schrieb, wurde von ihrer Familie daran gehindert, ihr Talent so zu nutzen, wie sie es sich gewünscht hätte. Einerseits schickte es sich für eine Dame aus gutem Hause in ihrer Zeit nicht, ihren Lebensunterhalt selbst oder gar mit der Musik zu verdienen. Und andererseits – wozu brauchte diese Familie, die bereits eine ganze Reihe berühmter Talente hervorgebracht hatte, eine weitere Musikerin im Rampenlicht der Konzertsäle?

Fanny Hensel war die Schwester von Felix Mendelssohn Bartholdy und vier Jahre älter als ihr berühmter Bruder. Geboren wurde sie am 14. November 1805 in Hamburg als Fanny Zippora Mendelssohn in eine Familie von Kulturschaffenden. Sie war die Enkelin von Moses Mendelssohn, dem berühmten Philosophen.

Fanny Hensel war hochbegabt und komponierte schon mit 15 Jahren

Wie ihr Bruder Felix liebte sie die Musik, das Klavierspiel – und vor allem das Komponieren. Ihre ersten Stücke soll sie im Alter von 15 Jahren geschrieben haben. Zwar erkannte ihre Familie, dass Fanny musikalisch hochbegabt war. Doch ihr Vater erlaubte es ihr nicht, ihr Talent beruflich zu nutzen. Damals, im 19. Jahrhundert, durfte eine Frau der höheren Gesellschaft Musik als Hobby ausüben. Eine Komponisten-Kariere war dagegen undenkbar.

Musizieren zu Hause vor Gästen war aber erlaubt – und so müssen die Besucher des Hauses Mendelssohn häufig in den Genuss ihrer privaten Klavierkonzerte gekommen sein. Die große Öffentlichkeit jedoch blieb ihr verwehrt. Dieses Versäumnis sollte erst die Nachwelt zwei Jahrhunderte später nachholen.

Blick über die Schulter der Komponistin: Google widmet Fanny Hensel ein Doodle

Fanny Hensel war eine leidenschaftliche Komponistin, mit den Gedanken wohl stets bei der Musik. Vor der Ehe soll sie sich gefürchtet haben – aus Angst, zu wenig Zeit für die Musik zu haben. Doch ihr Ehemann, der Maler Wilhelm Hensel, erwies sich als Unterstützer seiner Frau. Die beiden liebten die Kunst und die Musik, sie konnte weiter komponieren.

Google widmet Fanny Hensel an diesem 14. November – ihrem 216. Geburtstag – ein Doodle, das sie in einer typischen Situation zeigt: beim Klavierspielen und gleichzeitigen Komponieren.

Heute kommt die Öffentlichkeit zum Glück sehr wohl in den Genuss der Werke von Fanny Hensel: Seit den 1970er Jahren werden immer mehr ihrer Arbeiten erforscht und ihre Kompositionen aufgeführt. Doch noch immer ist ihr Werk nicht komplett aufgearbeitet. Es ist recht umfangreich und soll mehr als 450 Stücke umfassen – obwohl Fanny Hensel, die heute als eine der größten Komponistinnen des 19. Jahrhunderts gilt, nicht sehr alt wurde: Sie starb im Alter von 41 Jahren in Berlin, plötzlich an einem Schlaganfall. Sie war gerade dabei, für ein privates Konzert zu proben.

Quelle: "Google Watch Blog"

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