Reise der "Polarstern" Fern von Corona allein im Eis – das erlebten die Wissenschaftler auf ihrer Forschungsreise in die Arktis

In der Isolation sind alle Fähigkeiten wichtig: Eisbärenwächterin Ashild Rye aus Norwegen flickt die Hose eines Kollegen
In der Isolation sind alle Fähigkeiten wichtig: Eisbärenwächterin Ashild Rye aus Norwegen flickt die Hose eines Kollegen
© Lianna Nixon und Esther Horvath
Das Expeditionsschiff „Polarstern“ ist zurück aus der Arktis. Es war die größte Nordmeer-Expedition aller Zeiten. Monatelang blieben die Forscher unter sich. Mit eigenen Regeln, eigenen Witzen und neuen Freundschaften – und ohne Corona.
Von Marlene Göring

Am Ende haben sie Markus Rex doch noch erwischt. In den letzten Momenten auf der Eisscholle. Glühwein. Schneeballschlachten. Selfies. Eine paar Forscher wälzten sich in einer Schneekuhle. Der Expeditionsleiter kam näher, rief: „Hey, was macht ihr?“, und hatte schon eine Ladung Schnee im Gesicht. Die Sonne schien durch den Nebel, in ihrem Licht wirkten die Eisgebirge und die weite Ebene davor wie mit Samt überzogen. Aus den Funkgeräten schnarrten keine Anweisungen mehr, nur noch kleine persönliche Botschaften. „Melinda, Melinda, where have you been all my life?“ Es waren die letzten Funksprüche, die über die Scholle klangen. Ein wunderschöner Tag.

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