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"3096 Tage" im Kino: Irische Schauspielerin spielt Entführungsopfer Kampusch

Casting-Hilfe aus dem Ausland: Weil man bei der Besetzung von Natascha Kampusch auf "viele Vorurteile, Befürchtungen und Ängste" gestoßen sei, geht die Rolle im Entführungsdrama "3096" nun an eine Irin.

Die irische Schauspielerin Antonia Campbell-Hughes wird in dem Film "3096" das Entführungsopfer Natascha Kampusch spielen. Dies teilte die Produktionsfirma Constantin am Montag in München mit. Der Däne Thure Lindhardt spielt ihren Entführer Wolfgang Priklopil. In der Rolle der jungen Natascha ist Amelia Pidgeon zu sehen. Regie führt Sherry Hormann ("Wüstenblume"), ihr Mann Michael Ballhaus führt die Kamera.

"Nachdem wir im deutschsprachigen Raum auf viele Vorurteile, Befürchtungen und Ängste zu dem Stoff stießen, erlaubten wir uns über die sprachlichen Grenzen hinaus zu denken", sagte Hormann. "Tatsächlich war es so, dass Antonia Campell-Hughes und Thure Lindhardt mit der unbeschwerten Außenansicht und der englischen Sprache einen für uns befreienden Blick auf die einzigartige Kraft der Geschichte erzeugten."

"Die größte Herausforderung ist, dass 60 Prozent in einem Raum spielen, der so groß wie eine Sauna ist, verriet Kameramann Ballhaus der "Bild am Sonntag". Das so interessant zu gestalten, dass der Zuschauer nicht nach fünf Minuten den Saal verlasse, finde er spannend.

3096 Tage in Priklopis Fängen

Der Film basiert auf der Kampusch-Autobiografie "3096 Tage" und war das letzte Projekt des im Januar 2011 gestorbenen Produzenten Bernd Eichinger. Die Autorin Ruth Toma hat sein Drehbuchfragment vollendet. Jetzt wird der Constantin Vorstand Film und Fernsehen, Martin Moszkowicz, Produzent des Filmes sein.

Natascha Kampusch wurde im Alter von zehn Jahren auf dem Schulweg entführt. Wolfgang Priklopil hielt sie in einem Kellerverlies gefangen - 3096 Tage lang. Im Alter von 18 Jahren gelang ihr die Flucht. Priklopil nahm sich noch am selben Tag das Leben.

DPA / DPA