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Großaufnahme Oster-Special: 20 Dinge, die Sie über "Die zehn Gebote" wissen müssen

Ganz ganz großes Kino, und natürlich auch in diesem Jahr wieder über die Osterfeiertage im Fernsehen: "Die zehn Gebote", Cecil B. DeMilles dreieinhalbstündiges Bibel-Epos aus dem Jahre 1956 mit Charlton Heston als Moses.

"Die zehn Gebote"

Moses (Charlton Heston) empfängt die zehn Gebote Gottes, nach denen sein Volk sich fortan richten soll. 

Picture Alliance

•Zur Einstimmung erstmal der Trailer, der kein handelsüblicher Trailer ist, sondern standesgemäß zehn Minuten dauert, und in dem uns Regisseur Cecil B. DeMille ein bisschen was über das Projekt erzählt:

•DeMille verfilmte den Stoff schon einmal im Jahre 1923. Hier die ersten zehn Minuten:

•Das Drehbuch für einen anderthalbstündigen Film hat ungefähr 90 Seiten, das Skript für "Die zehn " umfasste 308 Seiten mit 70 Sprechrollen. Über 1200 Storyboard-Zeichnungen wurden angefertigt.

•Ungefähr 14.000 Statisten und 15.000 Tiere kamen bei den Dreharbeiten zum Einsatz.

•Der kleine Moses in dem Bastkorb ist Charlton Hestons Sohn Fraser, damals drei Monate alt.

•Etwa fünf Prozent des Films wurden 1954 auf der Sinai-Halbinsel gedreht. Von den Hauptdarstellern waren nur und Ramses-Darsteller Yul Brynner dabei, dessen Szenen alle an einem Tag gedreht wurden, weil er dann sofort zurück nach New York musste, um wieder im Broadway-Musical "The King and I" auf der Bühne zu stehen.

•Bei den Aufnahmen dort erlitt Cecil B. DeMille einen Herzinfarkt und ging, gegen den Rat der Ärzte, nach zwei Tagen Erholung wieder an die Arbeit. Mit 75 Jahren war er damals der älteste aktive Hollywood-Regisseur. "Die zehn Gebote" sollte sein letzter Film werden, er starb am 21. Januar 1959

•Hier ein kleines Making of:

•Die Szene, in der sich die Sklaven in der Steingrube abrackern, wurde in einer eiskalten Studiohalle gedreht, weil sonst der Lehm unter den heißen Scheinwerfern zu schnell getrocknet wäre. Die spärlich bekleideten Statisten froren entsprechend und mussten mit Öl eingeschmiert werden, damit es so aussah, als ob sie schwitzen.  

•Unbestrittener Höhepunkt des Films: Die auch heute noch imposante Szene, in der Moses das Rote Meer teilt. Und das funktionierte folgendermaßen:

•Edward G. Robinson, der die Rolle des Aufsehers Dathan spielt, erklärte in einem Interview, dass DeMille ihm seine Karriere gerettet habe. Der politisch links stehende Schauspieler war in den Fokus der antikommunistischen Hexenjäger um Senator Joseph McCarthy geraten und hatte kaum noch Angebote erhalten. Der Regisseur solidarisierte sich mit Robinson und engagierte ihn.

•Ein bisschen Statisik: Der Film kostete damals 13 Millionen Dollar, heute ungefähr 120 Millionen Dollar. Bis 1965 der Musical-Welterfolg "The Sound of Music" seinen Triumphzug antrat, war "Die zehn Gebote" nach "Vom Winde verweht" (1939) der erfolgreichste Live-Action-Film der Kinogeschichte. Inflationsbereinigt steht er mit 2,187 Milliarden Dollar auf Platz 7 der ewigen Box-Office-Liste.

•Einer der Running Gags am Set war, dass es Cecil B. DeMilles Verdienst sei, wenn der Film ein Erfolg und ein Versagen Gottes, wenn er ein Flop wird.

•Hier ein Clip von der Premiere am 5. Oktober 1956 in

•Der Film war für sieben Oscars, unter anderem als Bester Film, nominiert, gewann aber nur einen Preis für die Besten Spezialeffekte. Immerhin: Charlton Heston durfte den Golden Globe als Bester Hauptdarsteller entgegennehmen.

•Bis heute hält sich das kuriose Gerücht, dass der spätere kubanische Revolutionär Fidel Castro im Film eine Statistenrolle als ägyptischer Soldat gespielt haben soll. Shirley MacLaine erinnert sich in ihren Memoiren „My Lucky Stars“, dass sie Castro gefragt habe, ob das stimme, und er zweideutig geantwortet habe.

•Inspiriert von dem Film, spielte eine englisch-irische Band namens Stump in den 80ern den Song "Charlton Heston Put His Vest On" ein, der es immerhin auf Platz 72 der britischen Single Charts schaffte. Hier das Video:  

•Das sagten die Kritiker:
"Mit seinen bemerkenswerten Settings und Dekors, wie etwa der überwältigenden Fassade der ägyptischen Stadt, von der aus der Exodus beginnt und dem strahlenden Technicolor, in dem die Produktion gedreht wurde, hat Mr. DeMille ein filmisches Wunder geschaffen." ("New York Times")
"Einer der zehn großartigsten Filme aller Zeiten." (Camille Paglia)
"Die zehn Gebote bietet lebendiges Storytelling vom besten (...) die Teilung des Roten Meeres und die Schöpfung der Tafeln mit den Geboten sind unvergessliche Höhepunkte." (Leonard Maltin)

•Das sagte Cecil B. DeMille:
"Ich drehe Filme für das Publikum, nicht für Kritiker."

•Das sagte Charlton Heston:
"Ich war damals noch ein bisschen grün hinter den Ohren. Ein paar Jahre später hätte ich das noch besser hinbekommen."

"Die zehn Gebote", Karfreitag, 13.20 Uhr, im ZDF