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Action! - Neu im Kino: Harte Kerle zwischen Knöpfen und Außerirdischen

Aliens jagen im Pazifik? Vor Wölfen fliehen in Alaska? Oder doch lieber in den Schokoladenblick von Audrey Tautou eintauchen? stern.de präsentiert die wichtigsten Filmstarts der Woche.

Von Sophie Albers

"Battleship"

Kinotrailer: "Battleship"

Regie: Peter Berg
Darsteller: Taylor Kitsch, Alexander Skarsgård, Rihanna

Die "Transformers" sind jetzt auch wasserdicht. Hollywood hat sich erneut mit dem Spielzeughersteller Hasbro zusammengetan, und - ob Sie es glauben oder nicht - "Schiffe versenken" verfilmt. Herausgekommen ist trotz der Tiefen des Ozeans ein papierflacher Film über Jungs, die sich beweisen müssen, und denen dazu das gesamte Waffenarsenal der US-Marine zur Verfügung steht. Objekt zum Abarbeiten sind "Transformers"-artige Alien-Schiffe, die in ein amerikanisch-japanisches Freundschafts-Manöver platzen, um zur Rettung des Heimatplaneten die Wasservorkommen der Erde abzupumpen. Natürlich hat das Pentagon mal wieder kräftig mitgeholfen, denn "Battleship" ist vor allem eines: ein Rekrutierungsvideo, das anstatt Verrecken in Afhanistan coole Kolleginnen verspricht, die aussehen wie Rihanna.

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"The Grey - Unter Wölfen"

Kinotrailer: "The Grey - Unter Wölfen"

Regie: Joe Carnahan
Darsteller: Liam Neeson, Frank Grillo, Dermot Mulroney

Nichts für schwache Nerven, vor allem nicht, wenn Sie am nächsten Morgen einen Flieger kriegen müssen. "The Grey - Unter Wölfen" beginnt mit einem fiesen Flugzeugabsturz in Alaskas eiskalter Einöde. Liam Neeson spielt einen Scharfschützen, der die Mitarbeiter einer Ölförderungsanlage vor Wölfen schützt. Den Flugzeugabsturz überleben sieben Männer, und als sie durch die Wildnis ziehen, weil niemand nach ihnen sucht, haben sie neben der Kälte vor allem einen Feind: Wölfe. "The Grey" ist ein Kerle-Film erster Güte. Liam Neeson ist so tiefgründig effektiv wie im grandiosen "96 Hours", nur dass er diesmal sich selbst beschützen muss anstatt seine Tochter. Geradezu archaisch erzählt der Film vom Kampf Mann gegen Natur, in den so viele Großstadt-Jungs mit ihren Vierradantrieb-Jeeps, Bergsteigerboots und Flanellhemden so gern ziehen würden. Aber natürlich in sicherer Entfernung, am besten vom Kinosessel aus.

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"Krieg der Knöpfe"

Kinotrailer: "Krieg der Knöpfe"

Regie: Christophe Barratier
Darsteller: Laetitia Casta, Guillaume Canet, Kad Merad

1912 erschien Louis Pergauds Roman "Der Krieg der Knöpfe" und machte den Autoren berühmt. Yves Roberts Verfilmung von 1962 hat auch einen Kinoklassiker aus der Geschichte um den abenteuerlichen Krieg benachbarter Jungsbanden in der französischen Pampa gemacht. Sie schneiden sich als Kriegsbeute gegenseitig die Knöpfe ab. Als 2010 der Urheberrechtsschutz für Pergauds Buch ablief, kam es in Frankreich zu einem kleinen Krieg um Neuverfilmungen. Zwei Filme sind entstanden, und der von Christophe Barratier ("Die Kinder des Monsieur Mathieu") hat es nun auch in die deutschen Kinos geschafft. Barratier hat die Geschichte mit den französischen Superstars Laetitia Casta, Guillaume Canet und Kad Merad besetzt und in die Zeit des Zweiten Weltkriegs verlegt. Das gibt der Geschichte über die männliche Kriegslust behutsam einen neuen Twist.

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"Monsieur Lazhar"

Kinotrailer: "Monsieur Lazhar"

Regie: Philippe Falardeau
Darsteller: Mohamed Fellag, Sophie Nélisse, Émilien Néron

Tragischen Charme verströmt die Geschichte von Monsieur Lazhar. Der aus Algerien geflohene Lehrer (Mohamed Fellag) springt an einer kanadischen Grundschule ein, nachdem eine junge Kollegin sich das Leben genommen hat. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gewöhnen sich die Schüler und der neue Lehrer aneinander. Was niemand über den höflichen Mann alter Schule weiß, ist, dass er Frau und Tochter bei einem Feuer verloren hat, das von algerischen Aktivisten gelegt wurde. Zudem droht Lazhar jeden Moment die Abschiebung. Ein fein nuancierter, wunderschöner Film, der einen gleich über mehrere Tellerränder gucken lässt.

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"Nathalie küsst"

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Kinotrailer: "Nathalie küsst"

Regie: Stéphane Foenkinos, David Foenkinos
Darsteller: Audrey Tautou, François Damiens, Bruno Todeschini

Offensichtlich hat sich Rehaugenstar Audrey Tautou gegen Hollywood und für das französische Kino entschieden. Also muss man kleinere Leinwände suchen gehen, um die zierliche Frau zu sehen, die vor mehr als zehn Jahren in "Die fabelhafte Welt der Amélie" weltweit Kinofans verzaubert hat. "Nathalie küsst" startet weniger fabelhaft, wird es dann aber noch: Tautou spielt eine junge Witwe, die sich nach dem Tod ihres geliebten Mannes komplett vergräbt und jeden Geschmack am Leben verliert. Dann taucht ein Typ auf, der so gar nicht zu ihr passt - langweilig, stoffelig, Durchschnitt - und alle wundern sich, warum Nathalie Interesse an ihm zeigt.

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Sophie Albers