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Alles Wichtige für Neueinsteiger: Damit Sie beim "Hobbit 2" mitreden können

Alle reden vom "Hobbit 2", aber Sie haben nicht einmal Teil 1 gesehen? stern.de liefert Ihnen Überlebenstipps - damit Sie trotzdem Teil 2 sehen können oder beim Party-Smalltalk bestehen.

Von Patrick Heidmann

Wir verraten Ihnen alles, was Sie wissen müssen, um "Der Hobbit - Smaugs Einöde" zu verstehen und bei Partys und im Kollegenkreis mitreden zu können. Selbst wenn Sie den ersten Teil nicht gesehen haben.

Wer oder was ist Bilbo Beutlin?

Damit seine Kinder besser einschlafen, hat der britische Philiologe J.R.R. Tolkien ihnen in den frühen 1930er Jahren Geschichten vom Hobbit Bilbo Beutlin erzählt. Einem gemütlichen kleinen Kerl mit behaarten Füßen, der in einer Welt namens Mittelerde mit Zwergen auszieht, um deren Königreich und Schatz zu retten. Die hat sich nämlich ein fieser Feuerdrache unter die Klauen gerissen. Das Abenteuer des "Hobbit" ist die Vorgeschichte zum Epos "Der Herr der Ringe". Im "Hobbit", der in der ersten deutschen Übersetzung lange "Der kleine Hobbit" hieß, werden die Weichen gestellt, die Charaktere angelegt und ein Universum geschaffen.

Gespielt wird Bilbo übrigens von Martin Freeman. Ihn kennt man vor allem aus der gefeierten britischen Serie "Sherlock" - einer modernen Adaption der "Sherlock Holmes"-Geschichten -, in der er Doktor Watson spielt. Staffel drei feiert Premiere am 1. Januar 2014 auf der BBC. Auch in "Tatsächlich... Liebe" (2003) oder in "The World’s End" (2013) war Freeman mit von der Partie.

Was passierte noch mal in Teil 1?

Nachdem Zauberer Gandalf den kleinen Bilbo dazu überredet hat, mit einer 13-köpfigen Zwergenschar unter der Führung von Königssohn Thorin in Richtung des Einsamen Berges aufzubrechen, hat die ungewöhnliche Reisetruppe ein Abenteuer nach dem anderen zu bestehen. Elben, riesige Wölfe und nicht zuletzt eine hässliche Kreatur namens Gollum kreuzen ihren Weg, der letztlich ins gefallene Zwergenreich Erebor führen soll, wo der diebisch begabte Bilbo dem Drachen Smaug einen legendären weißen Edelstein entwenden soll, mit dessen Hilfe seine Reisebegleiter ihren Feuer speienden Unterdrücker besiegen und Mittelerde vor Schlimmeren bewahren wollen.

Davon allerdings waren Bilbo, Gandalf, Thorin und Co. am Ende von "Der Hobbit - Eine unerwartete Reise" noch weit entfernt. Der erste Film nämlich endet damit, dass die Gruppe aus der Gefangenschaft des hässlichen Goblinkönigs entkommen ist und auf den Schwingen riesiger Adler auch die sie verfolgenden Ork-Horden hinter sich gelassen haben. Doch schon in den ersten Minuten von "Der Hobbit - Smaugs Einöde" nehmen diese natürlich umgehend wieder die Zwergen-Witterung auf.

Trailerpremiere "Der Hobbit - Smaugs Einöde": Wie es mit Bilbo weitergeht

Was hat es mit diesem Smaug auf sich?

In Teil 1 gab es vom Drachen Smaug nicht mehr zu sehen als ein paar furchteinflößende Schatten und - ganz am Ende - ein Auge. Nun kommt es in Teil 2 aber tatsächlich zu einem Aufeinandertreffen zwischen Bilbo und dem riesigen Ungeheuer. Visuell sind Smaugs Szenen grandiose Momente, und auch in Sachen Spannung stellen sie den Höhepunkt dar. Jackson selbst bezeichnet den unrechtmäßigen Besitzer des Zwergenschatzes als den "Hannibal Lecter unter den Drachen". Kein Wunder also, dass er - als Originalstimme und für die im Motion-Capture-Verfahren aufgezeichnete Mimik - mit Freemans "Sherlock"-Kollegen Benedict Cumberbatch einen absoluten Ausnahmeschauspieler verpflichtete.

Wer ist dieses Mal neu dabei?

Ganz neu in der Welt von Mittelerde ist die Waldelbin Tauriel. Und damit meinen wir wirklich neu, denn Jackson und seine Koautorinnen haben sich die Figur ausgedacht. In Fan-Foren sorgt das schon seit Monaten für heftige Diskussionen, doch allen Nicht-Puristen sei gesagt: Tauriel fügt sich ziemlich organisch in das große Ganze ein, und tatsächlich tut der Geschichte eine weibliche Figur zwischen lauter kleinen Kerlen ganz gut. Als Darstellerin engagierte der Regisseur übrigens "Lost"-Star Evangeline Lilly - und das ohne ein einziges Vorsprechen. Die beiden lernten sich nämlich kennen, als Lilly noch mit "Herr der Ringe"-Darsteller Dominic Monaghan liiert war.

Den übrigen Figuren, die im ersten Film nicht mit dabei waren, hat Jackson gegenüber der Vorlage entweder mehr Handlung und Komplexität verliehen (etwa dem von Luke Evans gespielten Bard aus Seestadt oder Elbenkönig Thranduil, verkörpert von Lee Pace) oder sie aus anderen Tolkien-Werken herbeizitiert. Bestes Beispiel dafür ist Thranduils Sohn Legolas, der eigentlich erst im "Herrn der Ringe" auftaucht. Aber weil Elben nun einmal unsterblich sind, ist diese Neuerung logisch gesehen kein Problem. Und dank digitaler Verjüngungsmethoden auch nicht für Darsteller Orlando Bloom.

Gollum oder Cate Blanchetts Galadriel tauchen dieses Mal übrigens nur in Rückblenden auf.

Warum wird Guillermo del Toro im Abspann als Berater genannt?

An den Dreharbeiten zu "Der Hobbit - Smaugs Einöde" war Guillermo del Toro keine Sekunde lang beteiligt. Wie auch, schließlich musste er sich ja parallel um "Pacific Rim" und seine diversen anderen Projekte kümmern. Aber vor ein paar Jahren sah es mal so aus, als würde der Mexikaner mindestens beim ersten Teil der "Hobbit"-Verfilmungen auf dem Regiestuhl Platz nehmen. Damals arbeitete del Toro zusammen mit Jackson, Fran Walsh und Philippa Boyens einige Wochen intensiv am Drehbuch. Letztlich kam dann, vor allem aus Zeitgründen, alles anders. Aber weil del Toro, wie uns Boyens im Interview verriet, unter anderem maßgeblichen Anteil an der Figur Tauriel hat, wird er nun auch mit in den Credits gelistet. Ehre, wem Ehre gebührt!

Wie war das noch mal mit dieser neuen Technik?

Die "Hobbit"-Filme sind die ersten überhaupt, die in der neuen Bildtechnik HFR 3D gedreht wurden und von einigen Kinos so auch gezeigt werden. Anstatt der üblichen 24 Bilder pro Sekunde sind es 48, was zu einer deutlich schärferen, ruckelfreien 3D-Erfahrung führt, aber auch Bildkälte mit sich bringt. Nach Teil 1 beschwerten sich nicht wenige Fans, dass der Film dadurch ein wenig aussehe wie eine billige Telenovela. Andere ziehen wieder einmal den Hut vor Jacksons innovativer Technik-Vernarrtheit. Aber keine Sorge: wer darauf keine Lust hat, kann sich "Der Hobbit - Smaugs Einöde" auch in gewöhnlichem 3D ansehen. Oder auch einfach ganz ohne Brille in 2.

Warum kommt "Der Hobbit" eigentlich als Trilogie ins Kino?

Ursprünglich hatte Peter Jackson geplant, Tolkiens eher schmales Büchlein als Zweiteiler in die Kinos zu bringen. Doch irgendwann im vergangenen Jahr fiel ihm im Schneideraum auf, dass das Material locker für eine Trilogie reicht und zwei Filme aus erzählerischer Sicht keinen Sinn ergeben. Soweit seine offizielle Erklärung. Dass der Regisseur und das produzierende Studio auch einfach noch ein drittes Mal den großen Reibach witterten, wollen wir aber natürlich auch nicht ausschließen. So oder so: In diesem Jahr mussten die Schauspieler noch mal für zehn Wochen nach Neuseeland, um zusätzliche Szenen zu drehen - und "Der Hobbit - Hin und Zurück" kommt am 18. Dezember 2014 in die Kinos.

Und was erwartet uns nun im dritten Teil?

Da lassen wir einfach mal Jackson selbst zu Wort kommen, der uns zur Europapremiere von "Der Hobbit - Smaugs Einöde" Rede und Antwort stand: "Der dritte Film wird auf jeden Fall der emotionalste, das kann ich schon mal versprechen. Und wie jeder Film einer Trilogie wird auch er seine eigene Persönlichkeit, seinen eigenen Charakteristika haben. Natürlich gebe ich mir bei jedem Teil Mühe, dass das Publikum ihn auch losgelöst von Rest als eigenständiges Werk genießen kann. Doch ich würde sagen, dass der letzte der am meisten in sich abgeschlossene Film ist, schon allein weil endlich alle Fäden zusammenlaufen."

Mitarbeit: Sophie Albers