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Film über Pariser Terrorzelle: Wegen erschreckender Parallelen: Kinostart von Terrorfilm abgesagt

Der Film "Made in France" sollte eigentlich am Mittwoch in die Kinos kommen. Angesichts der Parallelen zu den Anschlägen von Paris wurde das Release nun verschoben - zum zweiten Mal. Schon im Januar hatte ein Terrrorakt zur Absage geführt.

Das offizielle Filmplakat von "Made in France"

Das offizielle Filmplakat von "Made in France" zeigt eine Kalaschnikow, die den Eiffelturm überlagert 

Die verheerenden Terroranschläge des Islamischen Staates (IS) in Paris mit mindestens 128 Toten und rund 300 Verletzten haben auch Auswirkungen auf die Filmbranche. Demnach wurde die eigentlich für kommenden Mittwoch geplante Erstausstrahlung des Thrillers "Made in France" angesichts der aktuellen Ereignisse vorerst ausgesetzt. Dies berichtet die Fachzeitschrift "The Hollywood Reporter"

In dem Streifen des französischen Regisseurs Nicholas Boukhrief geht es um einen muslimischen Journalisten, der in eine islamistische Terrorzelle infiltriert, um Informationen über Anschlagspläne in Frankreichs Hauptstadt herauszufinden. Dass es sich bei den Film-Terroristen um zum Islam konvertierte Franzosen handelt, könnte mit ein Grund sein, warum die in rund 100 Kinos geplante Erstvorführung abgesagt wurde. Denn wie inzwischen bekannt wurde, ist auch einer der mutmaßlich acht Paris-Attentäter französischer Staatsbürger. Er war aufgrund seiner Radikalisierung bisherigen Erkenntnissen zufolge ins Visier der Polizei geraten.

Zweite Absage binnen eines Jahres 

Für die Macher von dem Film "Made in France", der laut dem Magazin "Variety" im Oktober beim "Busan Film Festival" in Südkorea unter dem Titel "Inside the Cell" Premiere feierte, kommt die Absage derweil einem Déjà-vu gleich. Schon Anfang 2015 musste das offizielle Release des Thrillers verschoben werden. Der Grund damals: die ebenfalls in Paris begangenen Anschläge auf das Satiremagazin "Charlie Hebdo" und einen koscheren Supermarkt vom 7. und 8. Januar mit 16 Toten, darunter eine Polizistin.

Für die Filmproduzenten war die erneute Absage offenbar keine Frage. Angesichts der tragischen Ereignisse der letzten Nacht habe man sofort beschlossen, die des Films auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben, zitiert der "Hollywood Reporter" die Macher. Dies betrifft demnach auch geplante Pressetermine.

Schon das offizielle Filmplakat - es zeigt ein besser als "Kalaschnikow" bekanntes AK-47-Sturmgewehr, das den Eiffelturm überlagert - hatte im Vorfeld und ungeachtet des jüngsten Anschlags für Aufsehen gesorgt. Noch in der Nacht posteten Pariser Bilder des zur Werbung in vielen Metro-Stationen aufgehängten Plakats.


Die Pariser Verkehrsbetriebe sollen inzwischen reagiert haben. Demnach sei bereits am frühen Samstagmorgen damit begonnen worden, die Plakate aus den Stationen zu entfernen.


mod