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"Der Rote Kakadu": Tanz auf dem Vulkan

Feiern, bis die Stasi kommt: Vor dem Hintergrund des Mauerbaus erzählt der Film "Der Rote Kakadu" von Jugendlichen, die im Dresden der frühen 60er Jahre ihr Leben hemmungslos genießen - während sich die DDR in ein Gefängnis verwandelt.

Von Carsten Heidböhmer

Zu Beginn scheint alles ganz harmlos zu sein: Eine Horde Jugendlicher versammelt sich im Park, um ihrer Leidenschaft, dem Rock'n'Roll zu frönen. Wodurch sich der sozialistische Staat derart provoziert fühlt, dass er ein Geschwader Volkspolizisten losschickt, die den Feiernden mit Knüppeln die Freude an der Musik austreiben sollen. Unterlegt sind die Prügel- und Jagdszenen mit einer unangemessen heiteren Musik - ein Journalist hat sie auf der Berlinale-Pressekonferenz treffend als „Wodka-Musik“ bezeichnet -, dass man als Zuschauer schon Sorge hat, wieder in einer dieser "So lustig war die DDR"-Klamotten gelandet zu sein, die im Gefolge von Filmen wie "Sonnenallee" eine zeitlang Konjunktur hatten.

Doch die heitere Anfangsstimmung ist bewusst gesetzt: Hier sollen die letzten Tage eines idyllischen Landes beschrieben werden, das sich kurz darauf endgültig in eine bösartige Diktatur verwandeln wird. Wir befinden uns in Dresden, es ist der April 1961. In wenigen Monaten wird die DDR die Berliner Mauer errichten und den Staat damit endgültig zu einem Hochsicherheits-Knast umbauen. Die Jugendlichen bekommen von all dem nichts mit - und feiern ausgelassen zu "Jailhouse Rock", nicht ahnend, wie sehr dieser Titel die zukünftige Situation ihres Landes beschreibt.

Dreiergeschichte verknüpft Liebe mit Politik

Versammlungsort für die wilden Partys ist der "Rote Kakadu" - ein Club, der in der DDR tatsächlich existiert hat und für seine Veranstaltungen legendär war. Dort verkehrt seit neuestem auch Siggi (Max Riemelt). Der Kulissenbau-Lehrling hat ein Auge auf die schöne Luise (Jessica Schwarz) geworfen, die nur dummerweise mit dem lebenslustigen Wolle (Ronald Zehrfeld) verheiratet ist. Über diese Dreiergeschichte gelingt es Drehbuchautor Michael Klier geschickt, die (welt-) historischen Ereignisse des Jahres 1961 mit dem Leben junger Menschen zu verzahnen. Denn die große Politik wird auch in ihr Leben eingreifen.

Drehbuchautor erzählt seine eigene Geschichte

Klier weiß genau, wovon er hier erzählt: Er erlebte diese Jahre in Dresden als Kulissenmaler am Theater - genau wie Siggi. Den Film habe er geschrieben, weil er "einen Teil von meiner Jugendbiografie darstellt". Und so bekommt der Zuschauer nebenbei eine Geschichtsstunde verpasst, die völlig leicht und ohne jeglichen pädagogischen Impetus daherkommt. Gedreht wurde an Originalschauplätzen - in den Räumen des Kakadu-Clubs wie in dem Stadtteil Weißer Hirsch, der den Bombenangriff 1945 unbeschadet überstanden hat und deswegen noch heute in großbürgerlicher Pracht erstrahlt.

DDR vor dem Mauerbau lebendiger als BRD

Jenseits von dieser Liebesgeschichte schafft es der Film vor allem, das Lebensgefühl der jungen DDR zu transportieren. Die Ideale und Lebensfreude der vor allem jungen Menschen, aber auch die Muffigkeit und Spaßlosigkeit des behördlich regulierten Lebens, das sogar über verordnete Tänze in das Leben der Jugendlichen eingreifen will. Für Regisseur Dominik Graf war die DDR in den Jahren vor dem Mauerbau sogar lebendiger als die BRD, wie er auf der Pressekonferenz bekannte. Dort hat er zu dieser Zeit nur die Restauration in der spießigen Adenauer-Republik ausmachen können. Autor Michael Klier bekräftigt dies mit dem Hinweis, dass die Menschen vor dem Mauerbau alle optimistisch und voller Hoffnung für die Zukunft gewesen seien. Genau dieses Lebensgefühl bringt "Der Rote Kakadu" zum Ausdruck. Ästhetisch hat Graf dies liebevoll umgesetzt: "Die Vergangenheit soll einen Schimmer bekommen", beschreibt er sein visuelles Konzept.

Willkür der Staatsmacht wird drastisch gezeigt

Man mag dem Film vorwerfen, dass er die positiven Aspekte des Lebens in der DDR zu stark in den Vordergrund stellt - und die durch die Repressionen des SED-Regimes verursachte Angst über weite Strecken zu kurz kommt. Doch zum Ende hin schlägt die Staatsmacht eben doch zu - verharmlost wird hier nichts. Niemand käme auf den Gedanken, dies bei einem Film, der diese Zeit in der BRD zum Thema hat, zu kritisieren. Dass die Kommunistenverfolgung und der bisweilen rigide Umgang mit der Pressefreiheit in den späten Adenauer-Jahren verschwiegen würden, hat noch kein Kritiker einem Film vorgeworfen.

Jenseits des Eisernen Vorhangs leben Menschen mit Schicksalen

So erzählt "Der Rote Kakadu" von einer Jugend in Zeiten der Diktatur, zeigt die schönen Seiten der Adoleszenz, ohne auszublenden, dass die Staatsmacht zunehmend in die Privatsphäre eingegriffen hat. Regisseur Dominik Graf ist es gelungen, eine kleine Geschichtslektion in unterhaltsames Kino zu verwandeln, und das, ohne zu viele Klischees zu bemühen. Dass es dabei zu ein paar kleineren Unstimmigkeiten in der Geschichte gekommen ist - geschenkt. Für einen Film, der auf das breite Publikum abzielt, leistet der "Kakadu" viel. Zeigt er doch, dass auch jenseits des Eisernen Vorhangs zuallererst Menschen lebten.

Der Film, der bereits auf der Berlinale Premiere feiert, läuft ab dem 16. Februar bundesweit in den Kinos an.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(