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Julianne Moore auf der Berlinale : "Mit Ethan Hawke war es sehr sexy"

War das Wetter in Deutschland zu kalt? Julianne Moore krächzte sich auf der Berlinale schwer erkältet und hörbar heiser durch die Pressekonferenz zu "Maggies Plan". Und erzählte von ihrer langjährigen Ehe.

Von Sarah Stendel, Berlin

Julianne Moore auf der Berlinale

Julianne Moore auf der Berlinale bei der Pressekonferenz zu ihrem Film "Maggie's Plan"

Dass ganz passabel Deutsch spricht, hat die Amerikanerin bereits vor kurzem bei der Verleihung der Goldenen Kamera in Hamburg bewiesen. Nun ist sie in Berlin angekommen und stellt auf der Berlinale die Indie-Komödie "Maggie’s Plan" vor. "Ich bin krank, es tut mir so leid", krächzte sie bei der Pressekonferenz die ersten Worte prompt auf Deutsch ins Mikrofon. Offenbar haben die kalten Temperaturen der Amerikanerin nicht gut getan. Aber ganz der Hollywood-Profi griff sie tapfer zum Wasserglas und hustete sich durch die Fragen.
Im Film spielen sie und Ethan Hawke ein Akademiker-Ehepaar, das sich scheiden lässt, weil er eine neue Familie mit einer jüngeren Frau (Greta Gerwig) gründet. Nur, um drei Jahre später zu merken, dass sie sich eigentlich doch noch lieben. Es geht um Familien-Dynamiken und die Probleme in Langzeit-Beziehungen, um alternative Familienmodelle und die große Liebe. Moore sei sofort begeistert vom Drehbuch gewesen, das aus der Feder von Rebecca Miller, Tochter des Schriftstellers Arthur Miller und der Fotografin Inge Morath, stammt.

Julianne Moore stellt auf der Berlinale neuen Film vor

Über das Thema habe sie schon oft mit Freunden gesprochen. “Mein Mann und ich sind seit über 20 Jahren zusammen aber jede Beziehung hat ihre Höhen und Tiefen“, so Moore. "Eine Freundin von mir sagte einmal, ihre Scheidung sei so stressig gewesen und habe so vieles verkompliziert - sie würde es nicht noch einmal machen, sondern lieber alles beim Alten lassen." Dieser Aspekt habe sie fasziniert. Moore hat selbst eine Scheidung erlebt: In erster Ehe war sie von 1986 bis 1995 mit dem Schauspieler John Gould Rubin verheiratet. Seit 1996 ist sie mit ihrem jetzigen Ehemann, dem Regisseur Bart Freundlich, liiert. Die beiden haben zwei gemeinsame Kinder und leben in New York. Dort lernte sie auch ihren Film-Ehemann Ethan Hawke kennen: "Unsere Kinder gingen lange gemeinsam zur Schule, aber das ist unserer erster gemeinsamer Film", sagte Moore. Und schwärmte von der Dreharbeiten mit ihm: "Es war sehr sexy, mit ihm zu drehen. Er ist ein toller Mensch und Schauspieler."
Im Film kann Julianne Moore, die im vergangen Jahr den Oscar für das Drama "Still Alice" erhielt, ihr komisches Talent ausleben. Das habe ihr viel Spaß gemacht, versicherte sie aber ihr gefalle auch, dass sich ihre Rolle im Film schließlich mit der neuen Frau verbündet. "Ich höre oft: 'Die neue Frau von meinem Mann kann echt gut mit den Kindern'", sagt Moore. Diese Art von Allianz sei sehr spannend und wichtig. Dann hatte Moore den Fragen-Marathon überstanden und durfte zurück ins Hotel - wo hoffentlich ein heißer Tee auf sie wartete. Denn heute Abend steht die große Premiere von "Maggie's Plan" auf dem Programm, außerdem sind noch weitere Tage mit Pressearbeit für einen anderen Film mit Julianne Moore in vorgesehen. Gute Besserung!

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo