HOME

Cannes Filmfestival 2015: Bitte keine Selfies!

Die Filmauswahl des 68. Filmfestivals von Cannes ist verkündet. "Mad Max", Natalie Portman, Michael Caine, Salma Haye - das sieht gut aus. Aber dann hat Direktor Fremaux noch eine Bitte.

Von Sophie Albers Ben Chamo

"Du siehst nie so hässlich aus, wie auf einem Selfie", findet Festivaldirektor Thierry Frémaux. Wenn das Model Petra Nemcova wüsste.

"Du siehst nie so hässlich aus, wie auf einem Selfie", findet Festivaldirektor Thierry Frémaux. Wenn das Model Petra Nemcova wüsste.

Die erste Meldung vom Wettberwerb des 68. Filmfestivals von Cannes (13. bis 24. Mai) hatte nichts mit großem Kino und glitzernden Stars zu tun. Es ging um die - nach Ansicht von Filmfestchef Thierry Frémaux - Unart der Selfies auf dem roten Teppich vor dem Festival-Palais.

Man werde das Selbstgeknipse nicht verbieten, sagte er Donnerstagmittag bei der Programmkonferenz, aber es werde eine Kampagne dagegen geben. Man wolle, dass weniger Selfies geschossen werden. "Wir finden es albern und grotesk, und es hält wirklich alle auf", so Frémaux, der dem Festival seit 2007 vorsteht. Außerdem "sieht man nie so hässlich aus wie auf einem Selfie".

PIxars Gefühle und die Auferstehung von Amy Winehouse

Dann kam er endlich zum Kino. Wieder einmal strömt eigentlich alles, was im Film Rang und Namen hat, an die Côte d'Azur: Charlize Theron kommt, Tom Hardy, Natalie Portman, Catherine Deneuve natürlich, Salma Hayek, Emily Blunt, Josh Brolin, Benecio Del Toro, Cate Blanchett, Matthew McConaughey, Naomi Watts, Nanni Moretti, Gus van Sant, John Turturro, Paolo Sorrentino, Rachel Weisz, Michael Caine, Gaspard Noé. Und Woody Allen bringt Joaquin Phoenix und Emma Stone mit.

Pixar wird den vielversprechenden "Inside Out" präsentieren, und ein Sonderscreening lässt Amy Winehouse wenigstens für zwei Stunden wieder auferstehen, wenn die Dokumentation "Amy" gezeigt wird. Eröffnungsfilm ist der französische "Heads Up" von Emmanuelle Bercot.

Und so sieht der Wettbewerb um die Goldene Palme aus, der ohne einen deutschen Film auskommen muss:

Der Wettbewerb und Natalie Portman

"Mon Roi" von Maiwenn "The Lobster" von Yorgos Lanthimos
"Macbeth" von Justin Kurzel
"Our Little Sister" von Hirokazu Kore-Eda Hirokazu
"Mountains May Depart" von Jia Zhang-Ke
"The Assassin" von Hou Hsiao Hsien
"Carol" von Todd Haynes
"The Tale of Tales" von Matteo Garrone
"Marguerite and Julien" von Valérie Donzelli
"A Simple Man" von Stéphane Brize
"Dheepan" von Jacques Audiard.

Das sehnsüchtig erwartete "Mad Max"-Remake "Fury Road" läuft außerhalb des Wettbewerbs, so auch Woody Allens "Irrational Man" und Pixars "Inside Out".

Natalie Portman gibt mit der Verfilmung von Amoz Oz' gefeierter Autobiografie "A Tale of Love and Darkness" ihr Regiedebüt.

Präsidenten der Festival-Jury sind dieses Jahr erstmals zwei: die Brüder Joel und Ethan Coen.

Natürlich wird stern von vor Ort berichten