VG-Wort Pixel

Dietrich Brüggemann #allesdichtmachen-Initiator sagt Teilnahme am Filmfestival ab – wegen 2G

#allesdichtmachen
Unter dem Hashtag #allesdichtmachen haben Ende April mehr als 50 Schauspielerinnen und Schauspieler die Corona-Politik kritisiert. Initiiert wurde die Aktion von Dietrich Brüggemann.
© Screenshot Youtube/allesdichtmachen
Mit der von ihm initiierten Protestaktion gegen die Corona-Politik sorgte Dietrich Brüggemann im Frühjahr für Aufsehen. Nun hat sich der Filmemacher erneut zu Wort gemeldet - und polemisiert gegen die 2G-Regelung bei einem Festival.

Das Festival des deutschen Films in Ludwigshafen gilt als eines der wichtigsten Schaufenster der hiesigen Filmszene. Bis zum 19. September werden zahlreiche Stars auf der Parkinsel erwartet, darunter Jürgen Prochnow, Bjarne Mädel, Julia Koschitz sowie Hannelore und Nina Hoger.

Einer hat dagegen verzichtet in diesem Jahr: Dietrich Brüggemann. Der Initiator der umstrittenen #allesdichtmachen-Aktion, mit dem rund 50 Filmschaffende gegen die Corona-Politik der Regierung protestiert haben, hat in einer auf Facebook veröffentlichten Stellungnahme erklärt, weshalb er das Festival diesmal auslässt, auf dem er in den vergangenen 15 Jahren fast jeden seiner Filme präsentiert hat.

Er habe höchsten Respekt vor allen, die in diesen Zeiten "unter einer kafkaesken Pandemie-Bürokratie" ein Festival auf die Beine stellen, schreibt der 45-Jährige. Irgendwann komme aber der Punkt, an dem er nicht mehr mitmache. "Ich halte es schon für ungut, wenn Gesunde immer erstmal per Test nachweisen müssen, dass sie keine Gefahr für ihre Mitmenschen darstellen", schreibt er - und kritisiert damit die andernorts bereits bewährte 3G-Regelung, die besagt, dass Genesene, Geimpfte oder Getestete eine Veranstaltung besuchen dürfen. 

In Ludwigshafen gilt hingegen 2G - zugelassen sind also nur Menschen, die genesen oder geimpft sind. Eine Regelung, die zum Schutz der Festivalbesucher erlassen wurde, die auf diese Weise risikofreier Filme genießen können.

Dietrich Brüggemann kritisiert 2G

Brüggemann sieht die Regelung hingegen kritisch: "Wenn dann auch noch die Menschheit per Impfung in zwei Klassen eingeteilt wird, dann sollten wir alle uns fragen, ob wir das wirklich wollen." Und gibt selbst die Antwort: "Nein. Ich halte es für verheerend, und dabei spielt es noch nicht mal eine Rolle, ob es in der Sache begründbar ist (ist es nicht) und wie oft und wogegen ich selber geimpft oder ungeimpft bin."

Der Filmemacher ("3 Zimmer/Küche/Bad") zieht daraus seine Konsequenzen: "Die Gemeinschaft, die hier formiert wird, ist nicht meine. Ich trete vor kein Publikum, das nach irgendwelchen biologischen oder sonstigen Kriterien vorsortiert wurde."

Dass die Entscheidung, sich impfen zu lassen, ja gerade kein biologisches Kriterium ist, übersieht Brüggemann allerdings. Stattdessen polemisiert er gegen einen "moralisch hochtrabenden De-Facto-Zwang", der hier aufgebaut werde.

#Allesdichtmachen-Aktion von 50 Schauspielern löst Diskussionen aus

"Ich würde mir massiven Widerstand dagegen wünschen",  schreibt er zum Ende seines Beitrages. Den gab es wohl tatsächlich - aber anders, als vermutlich von Brüggemann erhofft. Es habe zwar einen regelrechten Shitstorm gegeben, sagte Festival-Chef Michael Kötz dem SWR. "Wenn man genau hinguckt auf die bösen Reaktionen, dann waren das etwa 80 Leute höchstens aus Flensburg und sonst woher." Die seien noch nie auf dem Festival gewesen sondern hätten einfach auf eine Pressemeldung reagiert. 

Vor Ort sieht es dagegen anders aus. Bislang haben lauf Kötz nur wenige Besucher ihre Tickets zurückgegeben, weil sie nicht geimpft oder genesen sind. Und auch die 300 Gäste aus der Filmbranche seien zu 99 Prozent geimpft. Lediglich eine Berühmtheit, so heißt es in dem vom SWR publizierten Bericht, habe nicht kommen können - aus datenschutzrechtlichen Gründen hat sie der Sender nicht genannt.

Verwendete Quelle: www.facebook.com/dbrueggemann, SWR

che

Mehr zum Thema



Newsticker