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Filmfestspiele Cannes: Autorenfilmer dominieren den Wettbewerb

Hochrangige Regisseure nehmen in diesem Jahr an den Internationalen Filmfestspielen in Cannes teil. Auch ein Deutscher darf sich Hoffnungen auf die Goldene Palme machen.

Autorenfilme erfahrener Regisseure wie Wim Wenders und David Cronenberg beherrschen den diesjährigen Wettbewerb um die Goldene Palme des Internationalen Filmfestivals von Cannes. Unter den 20 Filmen im 58. Wettbewerb sind allein sechs aus den USA und Kanada, während Frankreich nur drei Produktionen stellt und das britische und spanische Filmschaffen diesmal nicht vertreten sind. Das berichtete der künstlerische Festivalleiter Thierry Frémaud in Paris. Das Festival dauert vom 11. bis 22. Mai.

Mit Wenders, der mit "Don't Come Knockin'" vertreten ist, Jim Jarmusch, Gus Van Sant und Lars von Trier gehen gleich vier frühere Gewinner ins Rennen um die begehrte Goldene Palme. Regisseure aus Deutschland sind auch in der Nebenreihe "Un Certain Regard" präsent.

Film über einen gealterten Cowboy-Darsteller

Der inzwischen 59-jährige Wenders hatte die höchste Auszeichnung von Cannes bereits 1984 für "Paris, Texas" bekommen. Wie bei diesem Film hat der Amerikaner Sam Shepard auch für "Don't Come Knockin'" das Drehbuch geschrieben. Er spielt die Hauptrolle eines gealterten Cowboy-Darstellers, der dem Filmset den Rücken kehrt und sich selbst finden will. Im vergangenen Jahr war nach einer langen Pause des deutschen Films Hans Weingartner mit "Die fetten Jahre sind vorbei" angetreten, hatte damit allerdings keinen Preis geholt.

Im Wettbewerb sind Lars von Trier mit "Manderlay", Jim Jarmusch mit "Broken Flowers", David Cronenbergs "A History of Violence" und Gus van Sants "Last Days" über die letzten Tage des Rockstars Kurt Cobain. Der Israeli Amos Gitaï schickt "Free Zone", der irakische Kurde Hiner Saleem den Film "Kilomètre Zéro" und der US-Schauspieler Tommy Lee Jones sein Erstlingswerk "The Three Burials of Melquiades Estrada" an den Start. Der Österreicher Michael Haneke ist mit dem französischen Film "Caché" vertreten. Die Jury um den zweifachen Palmen-Gewinner Emir Kusturica bekommt außerdem Dominik Molls neuen französischen Film "Lemming" sowie "Peindre ou faire l'amour" von Arnaud und Jean-Marie Larrieu zu sehen.

Deutsche Filmemacher in Nebenreihen

Der deutsche Regisseur Benjamin Heisenberg vertritt Österreich mit seinem Erstling "Schläfer" in der Reihe "Un Certain Regard", in der mit Christoph Hochhäusler ("Falscher Bekenner") ein zweiter deutscher Filmemacher präsent ist. In einer Sonderaufführung zeigt Fatih Akin ("Gegen die Wand") seinen Dokumentarfilm "Crossing the bridge" über türkische Musik.

Außer Konkurrenz laufen Woody Allens "Match Point" und als Vorpremiere der allerletzte Star-Wars-Film von George Lucas, "Star Wars - Episode III - Revenge of the Sith".

DPA / DPA