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FILMPREIS: Überraschendes und Erwartetes

Mit zusammmen sieben Auszeichnungen sind »A Beautiful Mind« und »Moulin Rouge« die überragenden Sieger der Golden-Globe-Verleihung - die Kassenschlager des Jahres gingen überraschend leer aus.

Mit vier Auszeichnungen ist die Mathematiker-Tragödie »A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn«, die erst am 28. Februar in Deutschland anläuft, eindeutiger Sieger der diesjährigen »Golden-Globe«-Verleihung. Von den in der Nacht zum Montag in Beverly Hills vergebenen Preisen der in Hollywood ansässigen Auslandspresse-Mitglieder ging kein einziger an die überragenden Kassenhits »Harry Potter« und »Der Herr der Ringe«.

»A Beautiful Mind« erhielt den Golden Globe als bestes Drama, weitere Preise gingen an den Hauptdarsteller Russell Crowe, Jennifer Connelly als beste Nebendarstellerin und Drehbuchautor Akiva Goldsman. Den allseits erwarteten Erfolg mit drei Auszeichnungen errang das Kinomusical »Moulin Rouge«, das in der Kategorie »Musical oder Komödie« als beste Produktion gekürt wurde. Hauptdarstellerin Nicole Kidman und Filmkomponist Craig Armstrong waren ebenfalls siegreich. Den Golden Globe für die beste Regieleistung erhielt Altmeister Robert Altman für seine Komödie »Gosford Park«.

Überraschender Sieg eines Außenseiters

Sissy Spacek wurde für ihre bewegende Mutterrolle in dem Drama »In the Bedroom« als beste Darstellerin belohnt, der Routinier Gene Hackman als bester männlicher Komödiant in »The Royal Tenenbaums«.

Beide Filme sind bislang noch nicht in Deutschland zu sehen gewesen. Eine echte Sensation ist der Triumph des bosnischen Films »Niemandsland« beim Wettbewerb der ausländischen Filme über den haushohen französischen Favoriten »Die fabelhafte Welt der Amelie«. Die auch in Deutschland gezeigte US-Serie »Sex and the City« wurde als beste TV-Comedy-Reihe ausgewählt. Auch die darin mitwirkende Schauspielerin Sarah Jessica Parker bekam den Preis.

Vorentscheidung für den Oscar?

Die Vergabe der »Golden Globes« gilt in der Regel als erster deutlicher Hinweis auf die Oscar-Verleihung Ende März. Und alles deutet nun daraufhin, dass die beiden Hauptgewinner »A Beautiful Mind« und »Moulin Rouge« auch in zwei Monaten die größten Favoriten sind. Die Totalpleite bei der Preisvergabe für den ersten Teil der Trilogie »Der Herr der Ringe«, immerhin vier Mal nominiert, kann als Überraschung gewertet werden, wird aber wohl bei der Oscar-Vergabe zumindest in den vielen technischen Kategorien korrigiert werden.

Ganz große Chancen auf den zweiten Darsteller-Oscar in Folge hat zweifellos der in Neuseeland geborene, in Australien aufgewachsene und in Hollywood arbeitende Russell Crowe. Er war im letzten Jahr Academy Award-Gewinner für seine Hauptrolle in »Der Gladiator«. Bei der vorjährigen »Golden Globe«-Vergabe hatte Crowe übrigens noch den Kürzeren gezogen gegenüber US-Liebling Tom Hanks, der als moderner Robinson in »Verschollen« die Kassen füllte. Bei den Schauspielerinnen zeichnet sich ein völlig offenes Duell zwischen Sissy Spacek und Nicole Kidman ab, die auch in dem Horrorfilm »The Others« glänzte.

Wolfgang Hübner, AP