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Fußball-Film: Kommt "Das Wunder von Bern" auf den Lehrplan?

Nach Auffassung von FDP- und Unionspolitikern soll "Das Wunder von Bern" Pflichtstoff an deutschen Schulen werden. Der Film zeige "die Aufbruchstimmung der 50er Jahre".

Der Fußball-Film «Das Wunder von Bern» ist kurz nach seinem Start bereits neuer deutscher Tabellenführer: Am ersten Wochenende ließen sich nach Angaben des Verleihs Senator Film Produktion 383 302 Zuschauer zum WM-Sieg 1954 zurückversetzen. Der Film führt somit die Kinocharts an. An diesem Dienstag ist für das historische Kinomärchen nun Anstoß in Bern. Kaum auf dem Markt soll die gefühlvolle Nachkriegsgeschichte nach Ansicht von FDP- und CDU- Politikern zudem schon Schulstoff werden.

"Besser als manches Buch"

Die Generalsekretärin der FDP, Cornelia Pieper, sagte der "Bild"-Zeitung: "Der Film zeigt die Aufbruchstimmung der fünfziger Jahre. Er ist bestens geeignet für die Lehrpläne." Auch nach Worten des bildungspolitischen Sprechers der CDU, Thomas Rachel, bringt der Film der jungen Generation die Nachkriegsgeschichte nahe. Er sei spannend und besser geeignet als manches Buch. Sogar Bundeskanzler Gerhard Schröder war nach eigenen Angaben zu Tränen gerührt.

Das "Wunder von Bern" als Unterrichtsstoff - was meinen Sie?

Anstoß in Bern

An diesem Dienstag will Regisseur Sönke Wortmann am Schauplatz des historischen deutschen Freudentaumels den Startschuss für den Kinoerfolg in der Schweiz geben: In Bern hat der Film unter Anwesenheit des Filmemachers Schweiz-Premiere. Kinostart ist hier der der 30. Oktober, in Österreich der 11. November.

Bereits vor seinem Start hatte der Wortmann-Film Hoffnungen auf eine Fortsetzung der deutschen Kino-Erfolge der jüngsten Zeit genährt und die darbende Kino-Branche mit Vorfreude erfüllt. CinemaxX-Chef Hans-Joachim Flebbe hatte beispielsweise einen Erfolg á la "Good Bye, Lenin!" vorausgesagt und auf bald 6 Millionen Besucher getippt. In den CinemaxX-Sälen war der Film zum Start nun auch Spitzenreiter. Deutschlandweit kam "Das Wunder von Bern" bei 411 Kopien nach Verleih-Angaben bisher auf einen Besucherschnitt von 932 Besuchern pro Kopie.

Wortmann ("Der bewegte Mann") verbindet in dem Film den Sieg der deutschen Außenseiter bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 mit einer Vater-Sohn-Geschichte mit reichlich Pathos. Richard (Peter Lohmeyer) kehrt nach zehn Jahren Kriegsgefangenschaft nach Hause zurück. Langsam nähert er sich seinem Sohn Matthias (Louis Klamroth) an, den er bis dahin nicht kannte.