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Schauspielerin stirbt mit 76: Der plötzliche Tod von Hannelore Elsner schockiert Fans und Filmwelt

Sie begann als Starlet an der Seite von Freddy Quinn, war lange Jahre TV-Kommissarin und glänzte in preisgekrönten Dramen. Hannelore Elsner stand fast sechs Jahrzehnte vor der Kamera - bis zuletzt. Jetzt ist die Schauspiel-Legende im Alter von 76 Jahren gestorben.

Hannelore Elsner

Noch im Februar stand sie bei der Premiere ihres aktuellen Kinofilms "Kirschblüten und Dämonen" auf dem roten Teppich. Im März erst hatte sie Dreharbeiten für gleich zwei Fernsehprojekte, darunter eine "Tatort"-Folge. Dass Hannelore Elsner nun mit 76 Jahren plötzlich gestorben ist, schockiert ihre Fans und die Filmwelt gleichermaßen - Elsner galt als alterslose Diva, eine Schauspielerin von unwiderstehlicher Anziehungskraft.

Er habe "die traurige Pflicht", der Öffentlichkeit den Tod von Hannelore Elsner mitzuteilen, erklärte Familienanwalt Matthias Prinz. Am Ostersonntag sei sie friedlich eingeschlafen. Davor war Elsner laut Prinz überraschend schwer erkrankt. Woran sie litt, blieb zunächst unklar. Die Familie erbat sich Respekt vor der Privatsphäre.

Die Tochter eines Ingenieurs kam im bayerischen Burghausen nahe der österreichischen Grenze am 26. Juli 1942 zur Welt. Später wuchs sie im nahen Neuötting auf. Zwei Ereignisse zerstörten ihre heile Kinderwelt: Zuerst wurde ihr heiß geliebter älterer Bruder gegen Kriegsende bei einem Angriff von Tieffliegern getötet, einige Jahre später starb ihr Vater an Tuberkulose.

Hannelore Elsner wurde auf der Straße entdeckt

Elsners Jugend verlief in der Folge unstet. Der Reihe nach flog sie von ihren Schulen. Dann zog die Mutter mit ihr nach München. Fraglich ist, was wohl aus der Schulabbrecherin geworden wäre, wenn es nicht diese eine Begegnung gegeben hätte: Ein Regisseur sah sie mit 15 Jahren auf der Straße laufen und verschaffte ihr eine Schauspielausbildung. 

In deren Zuge bekam sie schon als Teenager die ersten Filmrollen. "Immer die Mädchen" mit Hans-Joachim Kulenkampff war 1959 ihr erster Film. Bald fand Elsner Dauerbeschäftigung in Film und Fernsehen, oft in seichten Produktionen. Aber sie spielte auch schon jung in Filmen, die heute Klassiker sind. "Die endlose Nacht" von Will Tremper aus dem Jahr 1963 gehört etwa dazu, Elsners Lieblingsfilm.  

Am Theater schärfte sie parallel ihre schauspielerische Begabung. Ihr zweiter Ehemann Alf Brustellin - in den 60er Jahren war sie auch kurz mit Schauspieler Gerd Vespermann verheiratet gewesen - besetzte sie ab den 70er Jahren auch in anspruchsvolleren Filmen.     Doch mindestens so interessant wie ihre Darstellerinnenkunst wurde für das Publikum ihre Lebenskunst. Aus einer kurzen Liaison mit Regisseur Dieter Wedel ging 1981 ihr einziges Kind, Sohn Dominik, hervor. Den vor einigen Jahren ebenfalls überraschend verstorbenen Produzenten Bernd Eichinger fand sie als Partner "den besten", es folgten noch eine Ehe mit Verlagsleiter Uwe Carstensen und viele weitere Beziehungen.

Späte Erfolge

Dass Elsner bis zu ihrem Tod als einer der großen deutschen Stars galt, verdankt sie aber ihrem Spätwerk. Ab 1994 spielte sie in der ARD-Serie "Die Kommissarin" als Lea Sommer in 66 Folgen die erste deutsche Fernsehkommissarin. Noch erfolgreicher wurde ihr Kinocomeback. Für die Hauptrolle in "Die Unberührbare" bekam sie 2000 die Lola als beste Hauptdarstellerin. Den Deutschen Filmpreis gewann sie 2003 mit "Mein letzter Film".

Große Publikumserfolge wurden 2005 "Alles auf Zucker" und 2008 "Kirschblüten Hanami". 2014 spielte Elsner in "Besondere Schwere der Schuld" in dessen vorletzten Film mit dem inzwischen verstorbenen Götz George.

Längst vergessen war angesichts dieser tollen Rollen das Hadern von Elsner mit manchem verpassten Angebot. "Ich behaupte, dass ich durch mein Hübschsein, wofür ich nichts konnte, viel zu wenig gute Rollen gekriegt habe", grämte sie sich einmal im Gespräch mit der Frauenrechtlerin Alice Schwarzer.

Doch nun zu ihrem Tod erinnern sich die Menschen an eine "großartige Künstlerin und Persönlichkeit", wie etwa Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einer ersten Reaktion erklärte.

Ralf Isermann, AFP