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Jean-Pierre Jeunet: "Amélie"-Regisseur wieder am Start

Amélie war ein Riesenerfolg. Jetzt ist Jean Pierre Jeunet an einer Liebesgeschichte dran - wieder mit der bezaubernden "Amélie", Audrey Tautou, in der Hauptrolle.

Das Erfolgsduo des französischen Films "Die fabelhafte Welt der Amélie", Regisseur Jean-Pierre Jeunet und die Schauspielerin Audrey Tautou, dreht einen neuen Film. "Die Geschichte ist französisch, die Schauspieler sind Franzosen und die Produktion ist amerikanisch. Das ist doch wie ein Traum", sagte Jeunet in einem dpa-Gespräch. Der Film mit dem Titel "Un long dimanche de fiançailles" (Ein langer Verlobungssonntag) hat als Vorlage den gleichnamigen Roman von Sebastien Japrisot. Er spielt während des Ersten Weltkriegs und erzählt die Liebesgeschichte zwischen Mathilde (Audrey Tautou) und dem französischen Soldaten Manech.

"Das war das einzige Buch, das ich verfilmen wollte. Ich habe es nach meinem Film "Delikatessen" gelesen und war begeistert. Ich las es mindestens vier Mal. In diesem Buch gibt es so viele Details, die ich liebe", sagte Jeunet, der aus der Werbe- und Videoclip-Branche zum Kino kam. Das 1991 in Frankreich veröffentlichte Buch wurde zu einem Bestseller und in mehreren Sprachen übersetzt. In Deutschland kam es unter dem Titel "Die Mimosen von Hossegor" in den Buchhandel.

Nicht mehr das schüchterne Mädchen, sondern eine ernsthafte Frau

Jeunet arbeitet mit fast derselben Mannschaft, mit der er auch seinen Kassenhit "Amélie" drehte. "Wir sind ein eingespieltes Team. Das vereinfacht die Arbeit enorm. Und dass ich diesen Film mit Audrey drehen wollte, wurde mir bei den Dreharbeiten zu "Amélie" klar. Audrey ist in dem neuen Film jedoch nicht mehr ein schüchternes Mädchen, sondern eine ernsthafte, willensstarke Frau, die nicht an den Tod ihres Freundes Manech glaubt und alles in Bewegung setzt, um ihn wieder zu finden", erklärte Jeunet.

Darüber, wer den jungen, stillen und geheimnisvollen Manech spielen soll, hüllte sich Jeunet jedoch in Schweigen. "Dazu kann ich nichts sagen. Es wird auf jeden Fall ein Franzose sein", meinte er. Der Film wird in Paris, der Bretagne und auf Korsika gedreht. "Ich will keinen Kriegsfilm machen. Der Erste Weltkrieg mit seinen Schützengräben ist nur der Hintergrund. Im Mittelpunkt steht die Liebesgeschichte der beiden jungen Menschen und der Glaube und die Hoffnung Mathildes, ihren Verlobten wieder zu finden."

Die Kosten des Films, der von Warner Bros. produziert wird, werden auf mehr als 40 Millionen Euro geschätzt - das größte Budget, das die amerikanische Produktionsfirma je für einen französischen Film ausgegeben hat. Der Film soll in Frankreich im Oktober 2004 und in Deutschland Anfang des Jahres 2005 anlaufen.