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Lola: Deutsche Filmakademie bekommt 700 Mitglieder

Wer den Deutschen Filmpreis bekommt, wird künftig von einer Art Vollversammlung der Branche entschieden.

Wer den Deutschen Filmpreis bekommt, wird künftig von einer Art Vollversammlung der Branche entschieden. Die Gründung der Deutschen Filmakademie sei für den Sommer geplant, sagte Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos)der Tageszeitung "Die Welt" kurz vor der Preisverleihung. Die Akademie soll zunächst rund 700 Mitglieder haben und aus früheren Preisgewinnern bestehen.

Lola gilt als "deutscher Oskar"

Als Favorit in diesem Jahr wurde die Tragikomödie "Good bye, Lenin!" von Wolfgang Becker gehandelt, die sechs Mal nominiert war. Bislang entscheidet eine Jury aus Mitgliedern der Branche und der Bundesregierung über die Vergabe der höchst dotierten deutschen Kulturauszeichnung. Bei ihr geht es insgesamt um fast drei Millionen Euro. Die Lola gilt als "deutscher Oscar".

Weiss will für den Fall vorsorgen, dass anspruchsvolle Filme - wie befürchtet - von der Akademie nicht mehr genügend berücksichtigt werden. "Sollten wir in zwei Jahren merken, dass völlig andere Filme als bisher prämiert werden, können wir den Preis auch wieder in eigene Regie zurückholen", sagte Weiss der "Welt".

Entwurf für Kooperationsvertrag

Laut Weiss gibt es einen Entwurf für einen Kooperationsvertrag des Bundes mit der Akademie. Der Kulturausschuss des Bundestages werde Mitte Juni eine Anhörung zu dem Thema veranstalten. "Sie wäre ein Zusammenschluss der Filmkünstler und deshalb auch Instrument einer Intellektuellen-Lobby, ein gutes Debatteninstrument, das wir in unserem föderalen System dringend brauchen, um Zersplitterungen zu vermeiden", sagte Weiss. "Und sie wäre durch die Prominenz der Mitglieder ein wichtiges Marketinginstrument, das die nominierten Filme besser bewerben kann."

Unter den 2000 Gästen bei der Gala am Freitagabend im Berliner Tempodrom wurde viel Prominenz aus der Film- und Fernsehbranche erwartet, darunter Werner Herzog, Doris Dörrie, Caroline Link, Hannelore Elsner, Suzanne von Borsody, Tom Tykwer sowie Nachwuchsstars wie Antonio Wannek und Robert Stadlober. Die Lola in Gold ist mit 500.000 Euro dotiert.

DPA