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Medienkolumne zur Bundespräsidentenwahl: Wie Gauck die Medien bezaubert hat

Wer auch immer die Wahl zum Bundespräsidenten gewinnen wird - es war die Kandidatur von Joachim Gauck, die die politische Landschaft und das Kräftedreieck Politik-Medien-Volk gehörig durchrüttelte.

Von Bernd Gäbler

Am Anfang war es wie immer in der Politik: ein simples parteitaktisches Kalkül. Nicht: "Wer gefällt uns am besten?" war die Ausgangsfrage für SPD und Grüne als es darum ging, einen eigenen Kandidaten für das Amt des Bundespräsidenten zu küren, sondern: "Wer tut Schwarz-Gelb am meisten weh?" So kam Jürgen Trittin auf Joachim Gauck, der mit dem Sozialstaat nur eingeschränkt etwas anfangen kann und mit der Ökologie schier gar nichts. Dieser Schachzug aber, den der clevere Sigmar Gabriel natürlich sofort verstand, setzte eine Dynamik frei, die die Spieler am Brett wohl selbst nicht erahnten.

Da war plötzlich ein Kandidat, der anders war: kein grauer Verwaltungsmensch, kein glatt geschliffener Phrasen-Kalkulator, sondern ein Mensch mit Geschichte und einer "vita activa". Dieser Joachim Gauck kann reden, weil er in seinen Verallgemeinerungen von Freiheit und Verantwortung stets auch von sich selbst erzählt. Er kann predigen und uns ins Gewissen reden. Ihm unterstellen wir nicht die handelsübliche Doppelmoral. Geboren aus der Parteitaktik, überwand Joachim Gauck diese sofort fast spielerisch. Er wurde zum Magnet für allerlei Sehnsucht.

Politik-Medien-Volk

Das galt früher einmal für Horst Köhler. Auch ihn mochten viele, weil er anders war. Er war aber weder charismatisch, noch ein begabter Redner. Er war ein Staunender; einer, der sich verhaspelte; einer, in dem sich viele Bürger erkannten. Er schien nicht dazu zu gehören zum alltäglichen Politikbetrieb. Und diesen Gestus pflegte er auch. Dies behagte weder der offiziellen Politik, noch den meinungsprägenden Medien. Gemeinsam redeten sie auf das Volk ein, es möge nicht so unpolitisch sein, sich endlich interessieren für die Steuer- und Sparpakete, die Haushaltssanierung oder die Finanztransaktionssteuer. Gerade in Bezug auf die Berliner Politik sprachen manche Beobachter schon von einem "journalistisch-politischen Komplex", der allzu sehr aufeinander bezogen sei. Mal hölzern, mal eleganter bildeten die Medien doch nur ab, was die Politik vorgebe. Zu wenig behaupteten sich die Medien als kontrollierende "vierte Gewalt".

Gauck mobilisiert - auch die Medien

Joachim Gauck hat auch das verändert. Er verführte viele Medien, nahezu unabhängig von deren bisheriger parteipolitischer Nähe oder Präferenz, zu unumwundener Parteinahme. "Yes we Gauck" ("Bild am Sonntag") oder "Der bessere Präsident" ("Spiegel") lauteten die einschlägigen Titel. Dass der Kandidat selbst mittlerweile "Wir sind das Volk" zum deutschen "Yes, we can" ausrief, störte auch jene nicht weiter, die früher einmal nicht nur Emanzipatives, sondern auch Völkisches in dieser Losung ausgemacht hatten.

An der Seite von "Opa Obama" ("Spiegel-online") positionieren sich jetzt die großen Medien nahezu ausnahmslos gegen die offizielle Westerwelle-Merkel-Politik. Sie erkannten im Schachzug von Kanzlerin und FDP-Chef, den blassen Kandidaten Christian Wulff zum nächsten besonnenen Repräsentanten des ganzen Volkes zu stilisieren, den nackten Kern: Machterhalt in eigener Sache. Jetzt sind es nicht mehr Politik und Medien, die unisono auf das Volk einreden, sondern Medien und Menschen argumentieren Seite an Seite gegen den von bloßem Verwaltungshandeln und Hinterzimmer-Strippenzieherei geprägten unheroischen und charakterlosen Politikbetrieb. Gauck ist dazu Anlass und Alternative.

Diese Sehnsucht ist ernst zu nehmen

Schon treten die Mahner auf dem Plan. In der "Zeit" fürchtet Giovanni di Lorenzo gar, heftige Kritik an der Regierungspolitik könne umschlagen in eine Diffamierung der parlamentarische Demokratie. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" argwöhnt Frank Schirrmacher, die Sehnsucht der Menschen wie der Medien nach Charakter und Charisma könne auch ein simples Unterhaltungsbedürfnis sein. Beide - so scheint es - haben Angst vor Leidenschaft in der Politik. Lieber ein solider Langweiler im Amt und ein mittelmäßiges, aber geregeltes Funktionieren demokratischer Institutionen als das vage Versprechen eines Aufbruchs.

Aber die von Joachim Gauck mobilisierte Sehnsucht ist ernst zu nehmen. Es gibt ein tiefes Bedürfnis, der Gesellschaft nicht ständig nur kleines parteipolitisches Karo aufzudrücken. Viele haben diese aalglatten Typen satt, diese Taktierereien, die Unwahrheiten, die Charakterlosigkeit. Darum sind die "Alten" so beliebt - von Kurt Biedenkopf bis Helmut Schmidt. Darum sind die mit den Beulen am Helm so beliebt - von Heiner Geißler, dem jesuitischen Schlauberger bis Margot Käßmann, der unfreiwilligen Päpstin einer Wellness-Kirche der Frauen. Das kann, aber muss nicht unpolitisch sein.

Vielleicht gelingt den Mitgliedern der Bundesversammlung am Mittwoch in geheimer Wahl ja ein kleines deutsches "Revolutiönchen". Aber schon die Kandidatur von Joachim Gauck hat endlich einmal wieder Leben in die Politik gebracht und ebenso in eine ansonsten oft allzu routiniert berichtende Medienszene.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(