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Filmkritik

"Phantastische Tierwesen": So gut ist der Harry-Potter-Nachfolger

J.K. Rowlings neuer Film "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" spielt im selben Universum wie "Harry Potter", kommt aber ganz ohne Hogwarts und den sympathischen Zauber-Schüler aus. Kann das klappen?

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

In "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" begleiten wir Newt Scamander durch New York

Wohl kaum eine Buch- und Filmserie wuchs so sehr mit ihren Fans wie "Harry Potter". Der junge Zauberschüler wurde im Laufe seiner magischen Abenteuer gemeinsam mit seinen Lesern erwachsen. Mit der Geschichte waren auch Themen und Ton der Bücher gewachsen, ohne aber ihren Charme zu verlieren. Kein Wunder, dass J.K. Rowlings Überraschungshit einen großen Platz im Herzen seiner Fans hat. Jetzt kommt mit "Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind" der Nachfolger ins Kino.

Wie bei "Harry Potter" führt uns die Handlung in die Welt der Magie. Doch statt die Geschichte Harrys weiterzuerzählen oder einen der Nebencharaktere in den Vordergrund zu stellen, wagt "Phantastische Wesen" einen großen Schritt - und verlagert die Handlung über den Atlantik nach New York. Statt in der Gegenwart ist die Geschichte zudem in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts angesiedelt. Eine gute Entscheidung: So bleibt das Szenario frisch, ohne alles bekannte über den Haufen zu werfen.

Ein neuer Zauberer als Held

Auch diesmal begleiten wir einen Zauberer bei seinen Abenteuern. Newt Scamander, gespielt von Oscar-Preisträger Eddie Redmayne, ist allerdings schon lange kein Schüler mehr. Der verhuschte Zauberer ist schon um die ganze Welt gereist, um die titelgebenden Phantastischen Tierwesen zu studieren. Und einen Koffer voll mit ihnen hat er auch im Gepäck, als er in New York das erste Mal amerikanischen Boden betritt. Dort möchte er eigentlich nur seinen Donnervogel Frank in dessen Heimat Arizona bringen und seine Magierkollegen von der Harmlosigkeit der zahlreichen magischen Wesen überzeugen. Doch dann kommt ihm der Koffer abhanden - und der Trubel beginnt.

Denn Tierwesen sind vom amerikanischen Magierkongress MACUSA streng verboten worden. Der schlägt sich nämlich mit einer Gruppe von Hexenfeinden herum. Und dann macht da noch ein mysteriöses Wesen die Stadt unsicher. Die Muggles, also Nichtmagier, die in den USA No-Majs genannt werden, drohen von der Existenz der Magie zu erfahren. Und schließlich sind da noch die Nachrichten vom bösen Magier Gellert Grindelwald, der in Europa sein Unwesen treibt. Mitten in diesem Konflikt muss nun Newt seinen Koffer finden - bevor ihn der MACUSA in die Hände bekommt.

Taugt Phantastische Tierwesen" als Nachfolger?

Die Frage, die sich viele stellen: Kann der Nachfolger die Magie der Originale noch einmal einfangen? Obwohl J.K. Rowling selbst das Drehbuch schrieb, blieben die Fans lange skeptisch. Doch das zu Unrecht. Denn "Phantastische Tierwesen" ist wie die letzten Harry-Potter-Teile, die Regisseur David Yates ebenfalls verantwortete, extrem gut umgesetzt - und vermeidet einige Fehler von Fortsetzungen und Spin-offs.

Mit dem neuen Szenario und den knuffigen Tierwesen wird eine tolle Balance zwischen Altbekanntem und frischen Ideen geschaffen, was sowohl alte Fans als auch neue Zuschauer begeistern dürfte. Weil das komplexe Geflecht aus Figuren wegfällt, ist "Phantastische Tierwesen" nämlich auch hervorragend für Neulinge geeignet. Newt ist Gast in New York, gemeinsam mit dem Zuschauer lernt er die magischen Besonderheiten der Metropole kennen. Den Zugang in die magische Welt an sich erleichtert sein No-Maj-Begleiter Jacob Kowalski, ein gescheiterter Bäcker, der mit staunenden Augen die Welt der Zauberer erklärt bekommt.

Fanservice gibt es natürlich trotzdem. Newt war mal Schüler des Potter-Lehrers Dumbledore, auch Schurke Grindelwald spielte schon in den Originalen eine Rolle. Die Verknüpfungen könnten in zukünftigen Filmen noch weiter gehen: Vier weitere Teile sind schon in Planung. Gut möglich also, dass wir in Zukunft auch noch auf andere Figuren aus Hogwarts treffen.

Kein Stoff für kleine Kinder

Ein Wort noch zur Altersfreigabe: Als neue Kinderserie eignet sich "Phantastische Tierwesen" eher nicht. Obwohl die Tierwesen selbst niedlich und bunt gestaltet wurden und der Film eine FSK-Freigabe ab sechs Jahren erhielt, sollte man ihn mit solch jungen Kindern noch nicht schauen. Die Bösewichter sind gruseliger als in den ersten Potter-Teilen, der Film richtet sich klar an ein älteres Publikum. Damit ist "Phantastische Tierwesen" eher für Zehnjährige geeignet.

Trailerpremiere "Phantastische Tierwesen": So magisch wird J.K. Rowlings neuer Film