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Tom Hanks in Berlin "Entschuldigung wegen 'Wetten, dass ..?'!"


Tom Hanks und Steven Spielberg sind in Berlin, um die Premiere von "Bridge of Spies" zu feiern. Auf der Pressekonferenz gab es jedoch Szenenapplaus für Hanks Ausführungen zum deutschen Fernsehen. Und plötzlich ging es auch noch um Edward Snowden.
Von Sophie Albers Ben Chamo

Sie sind ein Milliarden-Dollar-Gespann: Am Freitagnachmittag haben die lebenden Hollywoodlegenden Steven Spielberg und Tom Hanks auf der Pressekonferenz zu ihrem neuen Film "Bridge of Spies - Der Unterhändler" in Berlin unter Journalisten aus aller Welt gute Laune verbreitet. Über einen Witz lachten aber vor allem die deutschen Kollegen - und das besonders laut.

Auf die übliche Frage nach seinen Berliner Lieblingsrestaurants und was er an Deutschland schätze, antwortete Hanks mit wunderbar trockenem Humor: Was er gar nicht vermisse sei "Wetten, dass ..?". Vor drei Jahren musste einer der besten Schauspieler der Welt in der Markus-Lanz-Show besonders seltsame Dinge über sich ergehen lassen - Stichwort: Katzenmütze, über die er sich nach der berühmt-berüchtigten TV-Sendung in einem Radiointerview lustig beschwerte.

In den USA wäre jeder Verantwortliche einer solchen vierstündigen Fernsehshow "am nächsten Tag gefeuert" worden, ließ er lachend wissen. Deshalb entschuldigte er sich nun augenzwinkernd dafür, dass diese großartige Show nur wegen ihm abgesetzt worden sei.

Aber er sei sicher, dass dieses "800 Jahre alte Format, das jeden Tag vier Stunden lang" gesendet wurde, einen würdigen Nachfolger finden werde. Es gab Szenenapplaus begleitet von wieherndem Gelächter.

Großartiges Weihnachts-Spionage-Märchen

Mit "Bridge of Spies - Der Unterhändler" zeigt Spielberg seinen Regiekollegen mal wieder, wo der Hammer hängt. Die Geschichte über einen US-Anwalt (Hanks), der den Austausch eines russischen Agenten gegen einen amerikanischen Piloten während des Kalten Krieges in Ost-Berlin verhandelt, ist genial erzähltes, großes Kino. Was auch daran liegt, dass die Coen Brothers mit am Drehbuch saßen. Spielberg zeigte sich auf der Pressekonferenz so zuvorkommend und freundlich, wie es immer wieder nur die ganz Großen sind. Der Kultregisseur war sogar so höflich, auf eine Frage nach der Scheidung seiner Eltern zu antworten. "Sie verstehen sich so gut wie nie, ohne verheiratet zu sein."

Edward Snowden vs Google

Als allerdings das Thema Edward Snowden und die NSA angesprochen wurde, gab er die Frage weiter. Hanks griff sich das Mikro und erklärte, er fürchte sich weniger vor der NSA als vor Google und dem Mobiltelefonkonzern Verizon, die sicher alles über ihn wüssten. "Mehr als die NSA."

Schließlich wurde auch nach der Flüchtlingskrise gefragt, und Spielberg, der ein großer Fan von Angela Merkel ist, sagte: "Die Welt wäre ein besserer Ort, wenn wir auf die Krisen mit mehr Empathie reagieren würden. Seid aufmerksam, habt Mitgefühl und folgt eurem Herzen", schloss der Starregisseur die Konferenz. Amen.

Am Freitagabend feiert "Bridge of Spies - Der Unterhändler" in Berlin Deutschlandpremiere.


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